Thomas, Son of the dark Lord
von LisaMarie

Prolog:

,, Wach auf, Thomas! SOFORT! Sonst kommst du zu spät zur Schule!" rief eine Stimme, dann spürte der Junge, wie jemand seine Schultern packte und unsanft daran rüttelte. Eilig schlug er die Augen auf, ehe seine Mutter Zeit hatte, ihn zu schlagen. Sofort richtete sich der Elfjährige auf und zog seine neue Uniform an.
,, Guten Morgen, Mutter! Ich bin sodann fertig!" begrüßte er die schwarzgelockte Frau, die nun am Türrahmen lehnte und ihn mit ihrem typischen, stechendem Blick musterte. Manchmal fragte sich der Junge, ob sie ihn jemals geliebt hatte. Und wer sein Vater war. Es gab einfach so viele Ungereimtheiten. Aber das brauchte ihn heute nicht zu verunsichern.
Heute würde ein wesentlicher, wichtiger Teil seines Lebens beginnen. Von nun an würde er Schüler an der renommierten Zauberschule Hogwarts sein. Er freute sich schon sehr darauf, und dennoch hatte er ein mulmiges Gefühl, wenn er daran dachte, dass der neue Schulleiter sein Patenonkel war. Und wie viele Personen er dort kennen würde.
Weil er anders war. Weil er nie ein kleiner, unschuldiger Junge sein durfte, sondern bereits so oft an den Versammlungen teilnehmen musste. In denen so viele getötet wurden. Und vor der er sich jedes mal fürchtete, wenn er dem Lord seine Hand zu reichen hatte. Der dunkle Lord war einfach ... unheimlich! Er hatte eine Glatze und seine Nase war ... nicht vorhanden. Aber vor seiner Schlange, Nagini, fürchtete sich Thomas am meisten. Einmal hatte er dem Lord die Hand nicht geben wollen, weshalb ihn die Schlange angegriffen und eine seiner Narben verursacht hatte.
Thomas fuhr sich eilig mit einer Bürste durch seine dunklen Locken, dann spritzte er sich etwas eiskaltes Wasser ins Gesicht und musterte sich kurz im Spiegel. Ihm blickte ein zierlich gebauter Junge mit grünen Augen und schwarzen Locken entgegen. Das Gesicht seines Gegenübers war schmal, fast ausgemergelt, aber Thomas konnte die attraktiven Gesichtszüge erkennen, die er als Kind hatte. Ehe der Wahnsinn begonnen hatte.
Der Kragen seiner Uniform war verdreht, weshalb sich der Junge diesen rasch richtete, ehe er seiner Mutter die Treppe hinab folgte und dort von Draco und dessen beiden Freunden begrüßt wurde. Mit ihnen würde er zum Bahnhof fahren und von dort aus per Zug nach Hogwarts gelangen.
,, Verabschiede dich von deiner Mutter, deiner Tante und schließlich vom Lord persönlich, Sohn!" befahl Bellatrix und warf einen kalten Blick auf ihren Jungen, der sich artig von den beiden Frauen verabschiedete und dann klopfenden Herzens durch die Türe in das Reich des Lords schritt. Dort verbeugte er sich und richtete anschließend seinen Blick auf den entstellten Mann.
,, Ich wollte mich bei Ihnen verabschieden, hoch erhabener Meister! Ich werde ab heute in Hogwarts leben. Und ich werde mein Bestes geben!" murmelte der Junge und blickte angespannt zu dem Mann auf, welcher sich erhob, das Kind packte und ihn kurz hoch hob. Dann setzte er ihn wieder ab und antwortete schlichtweg: ,, Das weiß ich, Thomas! Mach deiner Familie alle Ehre und sei ein guter Junge, so wie du es immer bist. Ach ja, und erinnere Severus, Amycus und Alecto daran, dass sie täglich Bericht erstatten zu haben. Und halt dich vor allem von den Schülern aus Gryffindor fern. Oder von jedem, der dir nicht wohl erscheint oder gegen unsere Arbeit sein sollte. Berichte auch DU mir, wie es in der Schule ist, in welches Haus du kommst, und wer deine Freunde sind. Auf Wiedersehen, kleiner Todesser!"
,, Natürlich. Auf Wiedersehen, mein Lord!" erwiderte der Elfjährige, drehte sich um und eilte aus dem Raum, vor das Haus und zum Wagen, der ihn und die drei Siebtklässler zum Bahnhof bringen sollte. Einmal noch drehte er sich zum Anwesen der Malfoys um, dann richtete er seinen Blick aus dem Fenster, während er; eingezwängt von Crabbe und Goyle; in Richtung Kings Cross fuhr. Dort angekommen schnappte er sich seinen Koffer und versuchte mit den drei Älteren mitzuhalten, welche allerdings rasch wieder in der Menge verschwunden waren. Somit stand er ohne jemanden zu kennen in der Menschenmenge und versuchte sich zu orientieren. Er hatte keine Ahnung wo er war, oder von welchem Gleis aus der Zug ging.
Irgendetwas mit 9 3/4. Allerdings konnte der Junge lediglich die Gleise neun und zehn erkennen. Wo also war dieser Bahnsteig? Sollte er vielleicht einen der Bahnhof Wächter fragen? Aber die würden ihn doch sicher nur auslachen und ihn für dumm erklären!
In diesem Moment stieß er mit jemandem zusammen. Es war ein zierliches Mädchen mit zwei blonden Zöpfen und einer Zahnspange. Thomas nahm allen Mut zusammen und sprach das Mädchen an:
,, Hallo! Weißt du, wie man zum Gleis 9 3/4 kommt? Ich hab die anderen verloren, mit denen ich hier her gekommen bin. Ohhh ... verzeihe meine Manieren! Mein Name ist Thomas."
Das Mädchen kicherte, dann erwiderte es mit einem nervösen Unterton in seiner Stimme: ,, Kein Problem! Ich bin Sarah. Komm mit! Meine Schwester Susan wollte es mir gerade zeigen! Kommst du auch neu zur Schule?"
,, Ja! Und das wäre toll!" antwortete der Junge und folgte seiner neuen Freundin zum Pfeiler zwischen den Gleisen neun und zehn. Dort erwartete die beiden eine hochgewachsene junge Frau mit blonden Haaren, offenbar Susan.
,, Ihr müsst auf den Pfeiler zugehen. Keine Angst, ihr tut euch nicht weh, ihr werdet dadurch zum richtigen Gleis gelangen. Habt keine Angst! Wenn ihr wollt, dann rennt etwas. Auf der anderen Seite bringt ihr euren Koffer zum Kofferwagen und sucht euch dann ein Abteil!"
Kurz blickten sich die beiden Kinder an, dann reichten sie sich die Hände und schritten mit klopfendem Herzen zum Pfeiler. Kurz vor dem Zusammenstoß schloss Thomas die Augen, öffnete diese allerdings rasch wieder als er diesen nicht spürte.
Statt gegen den Pfeiler gekracht zu sein schien er sich in einer anderen Welt zu befinden.
Rechts von ihm befand sich eine rote Lokomotive, die bereits kleine Dampfwölkchen ausstieß.
Hand in Hand suchten sich die beiden einen Weg durch die schwatzende Menschenmenge und gaben ihre Koffer ab. Dann suchten sie sich ein leeres Abteil und genossen die Ruhe. Thomas unterdrückte die Tränen, die in seinen Augen schimmerten und blinzelte diese weg.
Er vermisste bereits jetzt seine Mutter. Obwohl sie ihn nie richtig geliebt zu haben schien fühlte es sich an, als würde etwas fehlen, wenn er nicht bei ihr war.

Kapitel 1
Mit einem Male setzte sich der Zug in Bewegung. Sarah und Thomas blickten gleichzeitig aus dem Fenster und winkten kurz der Menschenmenge zu, ehe der Zug eine Kurve machte und sie die anderen aus dem Blick verloren. Malerische Landschaften zogen an ihnen vorbei. Die Kinder unterhielten sich ungezwungen und kommentierten die Landschaft. ,, Schau mal! Da sind Schafe! Und da ist ein ganz hoher Berg! Oh, jetzt fahren wir durch einen Tunnel!"
Nach einiger Zeit klopfte es an der Türe und zwei Gesichter erschienen an der Türe. Ein Mädchen mit braunen Haaren und Augen begann zu sprechen: ,, Oh, ihr habt noch Plätze frei! Dürfen wir uns zu euch setzten? Kommt ihr auch das erste Mal nach Hogwarts? Wer seit ihr?"
Thomas grinste, ließ Sarah jedoch den Vortritt, während sich die beiden Neulinge neben sie setzten. Neben Thomas saß ein Junge mit blonden Haaren und grauen Augen, welcher ihn um einige Zentimeter überragte.
,, Mein Name ist Sarah Lily Bones. Meine ältere Schwester Susan ist in Hufflepuff."
,, Ich bin Marie Louise Creevey, muggelstämmig. Meine Brüder Dennis und Colin sind beide in Gryffindor. Neben mir ist Victor Goldstein. Sein Bruder Anthony besucht Ravenclaw. Und wer bist du?"
,, Ich bin Thomas. Thomas Volorst Lestrange. Ich kenne nur drei Jungs, die nach Slytherin gehen. Habt ihr schon ein Haus, in das ihr gehen wollt?" hackte der Schwarzgelockte nach und ignorierte die seltsamen Blicke, als er seinen Namen nannte. Daran war er bereits gewöhnt.
,, Ich denke ich werde nach Ravenclaw kommen, so wie mein Bruder. Meistens kommen Geschwister in dasselbe Haus, aber das ist nicht immer so. Im Jahrgang meines Bruders wurden Zwillinge nach Gryffindor und Ravenclaw eingeteilt, weil sie einfach verschieden waren. Es kommt also nicht auf die Familie drauf an, sondern wie du selbst als Person bist!" erklärte Victor und musterte die anderen Erstklässler in seinem Abteil.
,, Das klingt vernünftig, sehr sogar! JAAA! Das heißt, ich muss nicht unbedingt nach Slytherin! Aber ... verdammt .... der Lord ...." jubelte Thomas und begann zu strahlen, doch dann stotterte er und blickte anschließend trüb in die Ferne, während seine Narbe am linken Unterarm brannte, wo der Lord versucht hatte, ihn zu einem vollen Todesser zu machen. Aber dies hatte nicht funktioniert, da er damals mit gerade einmal fünf Jahren einfach noch zu jung dafür gewesen ist. Trotzdem wurde er von jeher an wie ein richtiger Todesser behandelt. Es war einfach nur grausam. Aber ... der dunkle Lord war für ihn zu einer Art Vaterfigur geworden.
,, Ist alles in Ordnung mit dir, Thomas?" fragte Sarah nach und musterte den leichenblassen Jungen besorgte. ,, Ja. Ja. Alles ist in Ordnung!"
,, Erstklässler zu mir, Erstklässler zu mir! Nicht drängeln! Passt auf, wohin ihr geht! Folgt mir!" ertönte eine Stimme und ließ Thomas zusammenzucken. In der Dämmerung erkannte er eine riesenhafte Gestalt und erinnerte sich an die Geschichten, die ihm Draco vor kurzem erzählt hatte. Von einem Riesen namens Hagrid, der sie mit Booten über den See bringen würde.
Gemeinsam mit seinen neuen Freunden und etwa vierzig weiteren Erstklässlern folgte er der Stimme des Riesen einen Weg zum See hinunter. Dort schnappten sich die Vier ein Boot und schaukelten auf das Schloss zu. Eine sanfte Brise zerzauste Thomas Haare, in seinen Augen schimmerten Tränen. Doch auch er fiel in die staunenden Geräusche seiner Mitschüler ein. Das Schloss vor ihnen war hell erleuchtet und strahlte in sanftem Lichte. Nach einiger Zeit wurden die Boote langsamer und einige von ihnen verschwanden plötzlich. Da erkannte der Junge, dass sie nicht verschwanden, sondern lediglich hinter einem Vorhang aus Efeu fuhren. Sie durchquerten einen langen Tunnel, der in das Innere des Berges zu führen schien. Schließlich kamen sie in einem Hafen an und stiegen aus. Von dem Riesen geführt stiegen die Erstklässler eine breite, steinerne Treppe hinauf, wo sie bereits von einem Mann mit wilden, schwarzen Haaren erwartet wurden. An seinen grauen, fast farblosen Augen erkannte Thomas Amycus Carrow. Bei den Versammlungen war als Anhänger oftmals dabei und schien einer der Handlanger von Severus Snape zu sein.
,, Hier sind die Erstklässler, Professor Carrow!" erklärte der Riese und verschwand anschließend hinter einer Tür, während der Todesser die Kinder durch verschiedenste Gänge führte. Dann blieb er vor einer großen Türe stehen und erklärte den Kindern: ,, Herzlich willkommen im Schloss. Ihr werdet euch jetzt in einer Reihe aufstellen. Wir gehen jetzt in die Große Halle. Dort wird euch der sprechende Hut aufgesetzt, der euch in die Häuser aufteilen wird, ehe das Schuljahr offiziell eröffnet wird. Jedes Haus ist gleichsam eure neue Familie, deshalb ist diese Zeremonie sehr wichtig. Los, ordnet euch, dann geht es in die große Halle, wo ihr eure Mitschüler und die Lehrer kennenlernen werdet."
Eilig stellten sich die Kinder in einer Reihe auf, wobei Thomas einen Blick auf die zitternde Sarah warf und sanft ihre Hand drückte, ehe er sich umdrehte und den anderen in die Halle folgte. Diese war voller Schüler, die an vier langen Tischen saßen. Vor ihnen befand sich ein weiterer Tisch, der die Breite der Halle ausfüllte. An ihm saßen mehrere Erwachsene, offenbar ihre Professoren. Mit einem Schaudern erkannte Thomas mehrere von ihnen. Da waren Amycus, Alecto und der neue Schulleiter Severus Snape. Außerdem erinnerte er sich an eine Frau mit pinker Kleidung, die einen seltsamen Nachnamen hatte und sich immer wieder räusperte. Aber er erkannte auch mehrere andere Erwachsene durch die Geschichten, die ihm einige der Todesser von ihrer Schulzeit erzählt hatten. Professor McGonnagall, Professor Flitwick und noch mehrere andere.
Vor ihnen stand ein dreibeiniger Stuhl, auf dem ein alter, verschrumpelter Hut lag. Er sah uralt aus und war sicher voller Läuse und sonstigen Geschöpfen, aber Thomas wusste, welche Bedeutung er hatte.
Mit einem Male begann dieser zu sprechen:
,, Ich bin ein alter Hut, doch tu ich noch jedem gut. Alle Zylinder und Kappen sind gegen mich doch nur Waschlappen. Ich bin der schlauste aller Hüte, und wärs nicht wahr, oh du meine Güte. Ich weiß hier in Hogwarts bestens Bescheid und bin jederzeit für euch bereit. Vielleicht seid ihr Gryffindor, sagt euch der alte Hut, denn ihr seid geschickt, tapfer und zeigt Mut. In Hufflepuff ist man gerecht und treu, hat vor keiner Arbeit eine Scheu. Bist du geschwind im Denken, gelehrsam und auch weise, machst du dich nach Ravenclaw auf die Reise. In Slytherin weiß man mit List und Tücke umzugehen, doch an Freunden wir es dir nicht fehlen. Nun hab nur Mut,hab Vertrauen zum alten, sprechenden Hut!"

Kapitel 2
Anschließend verneigte er sich vor jedem der vier Häuser und verstummte erneut. Dann trat Professor Amycus vor und sagte dabei: ,, Wenn ich euch aufrufe, so setzt ihr den Hut auf und nehmt auf dem Stuhl Platz! Alerice, Jordan!"
Ein Junge mit roten Haaren nahm auf dem Stuhl platz. Einige Zeit geschah nichts, doch dann verkündete der sprechende Hut: ,, RAVENCLAW!"
Einer der Tische begann zu jubeln und Jordan machte sich auf den Weg zu diesem Tisch. Nach ihm wurde Melody Ashdown nach Slytherin und ihre Schwester Melanie nach Hufflepuff eingeteilt. Thomas kannte ihre Eltern und bemitleidete Melanie sofort. Ihr Vater würde ausrasten! Anschließend wurde Sarah aufgerufen und ebenfalls nach Hufflepuff geschickt, wo sie von ihrer älteren Schwester umarmt wurde. Manche Schüler brauchten länger, andere wurden sofort eingeteilt, wie zum Beispiel die Parkinson Drillinge nach Slytherin.
Marie landete in Gryffindor und Victor in Ravenclaw. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde auch Thomas endlich aufgerufen. ,, Lestrange, Thomas Volorst." Mit klopfendem Herzen lief der Elfjährige zum Hut und setzte diesen auf. Er unterdrückte ein Quietschen, als dieser zu sprechen begann: ,, Ah ... ein typischer Lestrange, und doch so anders. Wo stecke ich dich nur hin? Wenn es nach deinen Eltern ginge, würdest du nach Slytherin kommen, aber dein Charakter ist ganz anders. Schauen wir mal. Ravenclaw wäre vermutlich gut für dich. Du bist zwar hilfsbereit und willst keinem Schaden, aber Hufflepuff wäre auch nichts für dich. Nach Gryffindor würdest du am besten passen, aber das willst du nicht, nein, auf keinen Fall. Na gut, dann halt eben dahin, wo es der Lord und deine Mutter verlangen. Viel Glück dort, kleiner Lestrange. SLYTHERIN!"
Eilig nahm Thomas den Hut ab, dann trottete er zum grün gekleideten Tisch, während er fühlte, wie die Krawatte um seinen Hals warm wurde und eine grün-silberne Farbe annahm. Er nahm neben den Drillingen Platz und beobachtete die restliche Aufteilung seiner Jahrgangsklasse. Anschließend erhob sich Severus und begann eine kurze Rede zu halten: ,, Willkommen! Willkommen zu einem neuen Schuljahr hier in Hogwarts! Willkommen den alten Hasen, Willkommen den Neuen! Lasst euch das Mahl schmecken!"
Auf den Tischen tauchte Essen auf, so viel, dass sich die Tische beinahe unter der Last bogen. Und was für ein Essen. Es gab alles, was ein Herz begehren konnte. Roastbeef, Würstchen, Bratensauce, glasiertes Gemüse, Kartoffeln, Schinken, Steaks und diverse Saucen wie Ketchup und Mayonnaise. Thomas belud seinen Teller, auch die anderen Erstklässler füllt ihren Teller, doch sein Gegenüber rührte das Essen kaum an und knabberte an einigen Pommes.
,, Hast du keinen Hunger, Anne?" fragte Thomas und blickte zu dem einzigen Mädchen der Drillinge. Ihre Brüder Alexander und Anthony blickten ebenfalls zu ihrer Schwester und warfen sich ein freches Grinsen zu. Schließlich erklärte Anthony: ,, Anne isst kein Fleisch! Und sie vermisst bereits jetzt unsere Eltern! Oh, schaut mal! Das Dessert ist da!"
Erneut füllte sich Thomas den Teller und musterte seine zukünftigen Schlafsaal Freunde aufmerksam. Das waren Alex, Tony, Sam und Tobias. Bei den Mädchen waren es Anne, Melody, Julia, Sophie und Maddy. Nach dem Essen erhob sich der Schulleiter erneut und sprach dabei: ,, Für diejenigen von euch, die mich noch nicht kennen: Ich bin Professor Snape, der neue Schulleiter. Ich freue mich, dass ihr alle hier seid. Änderungen im Lehrkörper und auch bei den Fächern gibt es einige. Zuerst wird Alecto Carrow das Fach Muggelkunde unterrichten. Ihr Bruder Amycus wird Dunkle Künste unterrichten. Die beiden sind ab heuer auch für die Disziplin zuständig. Das Fach Pflege magischer Geschöpfe wurde zu Tierwesen abgeändert und ist nun bereits ab der ersten Klasse ein Pflichtfach. Zaubertränke wird nun von Professor Slughorn; dem Vertrauenslehrer der Slytherin; unterrichtet. Und ich persönlich werde Sie alle in Geschichte der Zauberei unterrichten. Des weiteren möchte ich Sie darauf hinweisen, dass das Betreten des verbotenen Waldes nicht gesund ist und dass das Zaubern in den Gängen während der Pausen untersagt ist. Und nun eine Gute Nacht!"
Der Junge klatschte halbherzig, dann folgte er mit den anderen Erstklässlern einem stämmigen Jungen aus der Halle, der sie hinunter in die Kerker führte. Dort sagte er ein Passwort ( ,,Schlammblut!")und öffnete somit eine Wand. Hinter dieser verbarg sich ein gemütlich aussehender, runder Raum, der in tiefem grün gestrichen war. Er hatte silberne Dekorationselemente. Schließlich führte die Vertrauensschülerin die Mädchen auf die andere Seite des Raumes, während die Jungs dem jungen Mann folgten, der sie zu einer Türe führte, auf der in silbernen Lettern 1. Klasse geschrieben stand. Diese stieß er auf und ließ die Neulinge ein, die sich ihr Bett suchten, auf dem ihr Koffer lag.
Erschöpft schälte sich Thomas aus seiner Uniform, zog sich seinen Schlafanzug an und fiel erschöpft ins Bett. Kaum nahm er wahr, wie jemand ihn zudeckte und dabei flüsterte: ,, Schlaf gut, Thomas!" Doch bereits nach einigen Stunden war der Junge wieder erwacht. Er fühlte sich unruhig und hatte Angst vor seinem neuen Leben. Da erinnerte er sich an den Befehl von seinem Meister und schnappte sich Tinte, Feder und eine Pergamentrolle. Damit schlüpfte er aus dem Schlafsaal, eilte durch den Gang zum Gemeinschaftsraum und ließ sich in einem Sessel am prasselndem Feuer nieder. Dann schrieb er vor sich hin setzte anschließend die Feder ab, während er sich den Brief noch einmal durch las und sich vom Feuer wärmen ließ. Obwohl es erst Anfang September war, war es bereits sehr kalt im Kerker. Konnte Thomas nur hoffen, dass er im Winter nicht erfrieren würde.
,, Mein sehr verehrter Meister! Ihren Auftrag werde ich morgen nach der Schule ausführen. Es wird Sie sicher freuen zu hören, dass ich im Haus Slytherin bin und bereits mehrere Freunde gefunden habe. Unter anderem die Parkinson Drillinge und Melody Ashdown. Hogwarts ist einfach eine großartige Schule und ich freue mich auf die neuen Fächer, die ich zuhause noch nicht erlernt habe. Einige neue Fächer gibt es dieses Jahr auch. Zum Beispiel sind Muggelkunde und Tierwesen jetzt ab der ersten Klasse Pflichtfächer. Und das Fach Dunkle Künste klingt überaus interessant! Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und würde mich über eine gelegentlich Antwort erfreuen. Ihr treu ergebener Helfer"
Diesen Brief übergab er einer Posteule, die am Fenster saßen und ließ sich anschließend erneut im Sessel am Feuer nieder. Er döste vor sich hin, bis er neben sich eine Bewegung vernahm und die Augen öffnete. Er erkannte Anne Parkinson. Diese warf ihm ein entschuldigendes Lächeln zu und warf dann eine Decke über sich und Thomas.
,, Kannst du auch nicht schlafen, Tom? Ich bin schon so aufgeregt, was morgen alles sein wird. Weißt du noch, wie wir früher gespielt haben, während die Erwachsenen bei den Versammlungen waren? Du, Alex, Tony, Melanie, Melody und ich? Das war damals sehr schön. Na ja, bis halt eben das passiert ist. Kannst du mir heute erzählen, was geschehen ist? Oder erklärst du es mir ein anderes Mal, Tommy?"
,, I-ich kann nicht ... es ist einfach noch zu viel ... wie wäre es, wenn ich es dir am Wochenende erzähle? Wir könnten ja gemeinsam das Schloss erkunden. Und später versuch ich, dir alles zu erklären!" wimmerte Thomas, während er sich daran zurück erinnerte, was bei den diversen Versammlungen geschehen ist. Was er TUN musste.
Anne nahm in in den Arm und beruhigte den zierlichen Jungen langsam. Doch dieser wurde immer müder, bis er erschöpft die Augen schloss und einschlief, ebenso wie seine beste Freundin. Am nächsten Morgen erwachten die beiden, als sie höhnisches, aber freundliches Lachen vernahmen. Sofort erkannte er Draco an seiner Stimme:
,, Ohhh ... die beiden waren schon als Kleinkinder so süß! Wacht auf, ihr beiden, sonst kommt ihr zu spät zum Unterricht!". Eilig sprang Thomas auf, lief in seinen Schlafsaal, kleidete sich an und schnappte sich den Zauberstab und die Tasche mit den Büchern. Dann eilte er gemeinsam mit den anderen Erstklässlern in die große Halle, die gefüllt war von schwatzenden Schülern. Thomas lächelte Marie, Sarah und Victor kurz zu, dann nahm er zwischen Anne und Tobias Platz.
Wie würde der erste Schultag verlaufen?

Kapitel 3
Während des Essens bekam Tom zwei Briefe. Einen, in dem ihn Professor Slughorn begrüßte und ihm den Stundenplan übermittelte. Doch den zweiten öffnete der Junge nicht, da er auf das Haus der Malfoy adressiert war. Er steckte ihn in seine Tasche und folgte anschließend seinen Klassenkameraden zum großen Tor, wo sie gemeinsam mit den Erstklässlern von Hufflepuff warteten, um eine Doppelstunde Tierwesen zu haben. Diese hielt ein Zentaur ab, der Firenze hieß. Er führte die Erstklässler hinunter auf eine große Wiese, wo mehrere Picknicktische standen, an denen sich die Schüler in ihre Häuser getrennt in der kühlen Morgenluft niederließen. Mehrmals warf Thomas Sarah einen aufbauenden Blick zu, den diese dankbar erwiderte.
,, So, wer kann mir denn sagen, was die Unterschiede zwischen Tieren und Tierwesen sind? Ja, Mr. Lestrange?" begann Firenze den Unterricht und nahm sogleich Thomas an die Reihe, welcher mit einem selbstsicheren Lächeln auf dem Gesicht antwortete: ,, Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Vor vielen Jahren stritt man sich, welche Wesen nun zu welcher Gruppe gehörten. Kurz gesagt versteht man unter Tier- und Zauberwesen Wesen, die fähig sind, Magie zu nutzen, zu erkennen und sich an die Regeln der Zauber Gesellschaft zu halten. Somit sind beispielsweise Bowtruckle, Vampire, Werwölfe und Wassermenschen Zauberwesen. Wobei Werwölfe und Vampire eigentlich menschliche Wesen sind, die eine Art Virus in sich tragen. Unter Tieren versteht man dann also Wesen, die eben nicht Zauber erkennen und sich nicht an Regeln halten können, wie zum Beispiel n, Flubberwürmer und Thestrale. Aber diese Einteilung ist mehr als nur schwierig, denn wohin gehören zum Beispiel Trolle, Halbwesen, Zentauren, Einhörner und so weiter? Dies ist bis heute ein umstrittener Punkt. Um Tiere und Tierwesen aber gleichzeitig zu schützen, wurden die ZM-Klassifikationen erstellt. Soll ich diese auch noch erklären?"
,, Das ist richtig, Mr. Lestrange! Zwanzig Punkte für ihr Haus! Und natürlich dürfen Sie diese Klassifikation auch noch erklären, wenn Sie wollen. Und der Rest von Ihnen macht sich besser Notizen, denn es wird die Hausaufgabe sein, Zauberwesen zu nennen und diese in die Klassifikationen einzuteilen. Fahren Sie fort, Mr. Lestrange!"
,, Gerne! Es gibt fünf Klassifikationen. Die werden jeweils mit X bezeichnet. Ein X bedeutet, dass die Kreatur langweilig ist und keinerlei Gefahr für den Magier besteht. Dazu gehören zum Beispiel Flubberwürmer. XX bedeutet, dass das Wesen harmlos ist und als Haustier abgerichtet werden kann. Dazu zählen zum Beispiel n ..." begann Thomas und redete etwa eine halbe Stunde lang über die ZM Klassifizierung.
,, Danke sehr, Mr. Lestrange. Das macht nochmals 50 Hauspunkte für Sie. Klasse, nun werden wir unserem ersten Tierwesen begegnen. Ich habe drei Hippogreif in einem Gehege stehen, die nur darauf warten, Sie kennen zu lernen. Wenn Ihr mir nun folgen würdet. Hinter diesem Wald befindet sich das Gehege, bei dem wir noch öfters arbeiten werden. So, da wären wir. Sie sind schön, nicht wahr? Sehen wir mal ... mhh ... ja, Sie, Miss Bones! Sie werden uns nun zeigen, was man im Umgang mit einem Hippogreif zu tun hat. Keine Sorge, Ihnen kann nichts geschehen!" erklärte Firenze und leitete die Elfjährige an, wie sie einen Hippogreif begrüßt und wie man ihn streichelt. Doch mit einem Mal saß das Mädchen auf dem Rücken des Tieres und flog einige Zeit lang mit ihm durch die Luft, während ich fröhliches Lachen weithin zu hören war.
Anschließend landete sie sanft wieder im Gehege und beobachtete ihre Klassenkameraden, wie diese die Tiere behandelten. Thomas streichelte seinen Hippogreif, silbergrau mit blauen Augen, sanft und ließ sich von ihm sogar einen Apfel von der Hand fressen. Dabei kicherte er leise, als ihn die raue Zunge des Tieres kitzelte.
,, Danke für diese Stunde, Klasse! Also zusammengefasst. 70 Hauspunkte für Slytherin und 20 für Hufflepuff. Die Hausaufgabe wissen sie bereits. Sie ist zu Stundenbeginn der nächsten Stunde abzugeben. Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen noch!" verabschiedete sich der Professor und trabte hinauf zum Schloss, während sich die Erstklässler am Quidditchfeld einfanden. Dort warf Thomas Sarah einen fragenden Blick zu, welche leicht zu zittern begann, als sie die Besen sah und anschließend nach oben zu den Ringen hoch über ihnen blickte.
,, Guten Tag! Jeder von euch stellt sich jetzt zu einem Besen und streckt die rechte Hand darüber aus. Dann ruft ihr ,,Hoch!" herrschte eine Frau mit grauen Haaren und faszinierenden, gelben Augen. Eilig streckte der schwarz gelockte Junge seine rechte Hand über den Besen neben ihm aus und und rief das besagte Wort. Aufgeregt unterdrückte er ein Quietschen als der Besen in seine Hand sprang und leise surrte. Überrascht blickte sich Thomas um und erkannte zu seiner Verwirrung, dass lediglich fünf weitere Erstklässler diese Übung bestanden hatten. Bei den meisten hatte sich der Besen lediglich umgedreht oder war nur wenige Zentimeter nach oben geschwebt. Und bei Sarah hatte er sich keinen Millimeter bewegt. Thomas fragte sich, ob Besen die Angst fühlen konnten wie es Pferde taten. Auch Anne hatte einige Probleme mit ihrem Besen gehabt, aber dieser lag nun nach mehreren Versuchen sicher in ihrer Hand.
,, Nun, da es alle geschafft haben werden wir zunächst einige Meter in der Luft schweben ehe sich jeder von Ihnen eine kleine Übung vollzieht. So. Bei Drei fliegt ihr einige Meter nach Oben und versammelt euch dann vor den ersten drei Ringen." erklärte die Lehrerin und erhob sich mehrere Meter in die Lüfte. Bereits nach wenigen Sekunden folgte ihr Thomas, ebenso wie seine Klassenkollegen. Einige davon klammerten sich nahezu panisch an den Stil, andere lehnten wie er lässig darauf und schienen es zu genießen, sich in der Luft zu bewegen. Er fühlte sich so frei wie schon seit Jahren nicht mehr.
,, Sehr gut. Ich werde nun einen kleinen Parcours zeigen, den werdet ihr in eurem eigenen Tempo nach , damit ihr ein Gefühl für das Fliegen und euren Besen bekommt." Mit diesen Worten flog die Professorin los. Sie umflog die ersten drei Ringe einmal und schwebte anschließend durch jeden Ring ehe sie zum zweiten Trio kam. Dort schwenkte sie ihren Besen nach unten, bis sie fast den Boden berührte und flog anschließend hinauf zu den Ringen, die sie einmal umflog und anschließend eine Runde um das Stadion drehte.
Schließlich stoppte die Professorin vor ihren beeindruckt wirkenden Anfängern. In den Gesicht seiner Klassenkameraden konnte Thomas eine Mischung aus Angst und Unglauben erkennen. Obwohl er es sich nicht gerne eingestand litt er mit ihnen. Seine Nackenhaare hatten sich bei ihrem waghalsigem Flug gesträubt. Dennoch wollte er seine Angst verbergen und meldete sich schließlich als erster Flieger.
Nach den ersten paar Metern legte sich dieses Gefühl und er genoss die so lange ersehnte Freiheit zu fühlen, nach der er sich schon seit sein Leben lang sehnte. Sein Körper kribbelte angeregt als er die finale Schlussrunde flog und schließlich vor Miss Hooch stehen blieb.
,, Das war sehr sauber, Mister Lestrange! Wenn sie weiter trainieren könnten sie Karriere hier in der Quidditch Mannschaft machen. Lasst uns sehen, wie ihr es macht! Diejenigen, die fertig sind dürfen entweder hier auf den Besen mit einem Quaffel hin und her werfen oder dem es schon zu viel ist, sich auf die Tribüne setzen!" lobte sie den Jungen, der sich sofort den roten Ball schnappte. Es fühlte sich großartig an, diesen anschließend mit einigen anderen Kindern herum zu schießen. Doch aus den Augenwinkeln heraus nahm er wahr, wie Sarah die Kontrolle über ihren Besen verlor.

Kapitel 4
Instinktiv ließ er den Quaffel fallen, drehte den Besen und raste auf seine Freundin zu, die wenige Meter vor ihm mit ihrem Besen zu kämpfen schien. Dieser schien sie ab werfen zu wollen. Gerade noch rechtzeitig konnte er seinen rechten Arm ausstrecken und bekam die Elfjährige an ihrem Umhang zu fassen. Doch dieser begann unter ihrem Gewicht ein zu reißen, weshalb er ihren rechten Arm nahm und sie mühsam zu sich auf den Besen zog, wo sie sich zitternd an den Älteren klammerte, der nun sanft am Boden aufsetzte und das zitternde Kind umarmte. Mehrere ihrer Klassenkameraden landeten nun neben ihnen und Tom erkannte am breiten Grinsen der beiden Parkinson Jungs, dass sie etwas vor hatten. Beide hoben ihn mit einem Mal hoch und trugen ihn auf ihren Schultern zur etwas verblüfft wirkenden Professorin.
Diese half ihm herunter und schlug ihm sanft auf den Arm. ,, Erneut ausgezeichnete Arbeit, Mister Lestrange! Das gibt auf jeden Fall zwanzig Hauspunkte für Slytherin. Zusätzlich erwarte ich Sie heute nach dem Mittagessen im Büro des Schulleiters."
Mit diesen Worten entließ Madame Hooch die Erstklässler in die Mittagspause. Nachdem Tom sich davon überzeugt hatte, dass es Sarah wirklich gut ging eilte er an der Seite von Anne in die große Halle und schlang gierig das Mahl hinunter. Anschließend begab er sich mit einem mulmigem Gefühl in der Magengegend hinauf in das Büro des Schulleiters. Sein Bauch grummelte, allen Anschein nach hätte er nicht so viel essen sollen. Mit leicht zitternder Hand drückte er die Klinge hinunter und blickte sich mit weit aufgerissenen Augen um. An den Wänden hingen die Porträts diverser früherer Schulleiter. Vor ihm erstreckte sich eine mit Büchern gefüllte Galerie und er erkannte die dunklen Locken seines Patenonkels, welcher ihm den Rücken zu gekehrt hatte und aus dem Fenster blickte. Thomas zuckte zusammen, als dieser sich mit einem Mal umdrehte und zu lächeln begann.
,, Schön dich zu sehen, Thomas Volorst Lestrange. Wie ich bereits von meinen Kollegen erfahren habe, hast du bereits innerhalb deiner ersten paar Unterrichtseinheiten zusammen gezählt neunzig Hauspunkte gesammelt. Madame Hooch hat erwähnt, dass du nebenbei eine Klassenkameradin gerettet hast und sie mit deiner überaus guten Technik am Flugbesen beeindruckt hast. Daher habe ich ein Angebot für dich, liebster Neffe! Wenn du willst, dann erlaube ich dir, Jäger im Team der Slytherin zu sein. Nimmst du das Angebot an, mein lieber Junge?"
Mit zitternder Stimme antwortete der Elfjähriger mit leiser Stimme, wobei er scheu zu Boden blickte. ,, Ja, natürlich nehme ich es an, verehrtet Onkel! Darf ich Sie von unserem hochverehrten Meister daran erinnern, sich mit ihm zu treffen?"
,, Natürlich, mein guter Junge! Sieh mich an!" meinte dieser und ergriff mit einem Mal das linke Handgelenk des Kindes und schob mit der anderen Hand das Kinn in die Höhe. Dann meinte er mit geheimnisvoller, kaum vernehmbarer Stimme: ,, Junge ... Thomas. Du weißt was damals vor sechs Jahren geschehen ist. Ich verrate dir jetzt einmal etwas ... damals warst du noch zu jung, das hat selbst unser Lord gewusst. Aber dadurch hat er sich eine gewisse Bindung zu dir aufgebaut. Es wird eine Zeit kommen, in der der Meister deine Treue erneut überprüfen wird. Ich gebe dir den Ratschlag, dich darauf vor zu bereit, Junge! Bereite dich so gut du kannst darauf vor. Denn dieser Tag rückt von Tag zu Tag näher. Spürst du nicht, wie er dir immer näher kommt? Gib auf dich acht, liebster Neffe. Ich bin unendlich Stolz auf dich, mein Junge. Mach weiter so, wie du begonnen hast. Und nun gehst du zurück in den Unterricht!"
Kurz fuhr Severus dem schwarz gelockten Jungen über den Kopf und drückte ihm einen Kuss auf die Stirn ehe dieser bekräftigend nickte und anschließend aus dem Turmzimmer hinunter in den Kerker eilte, wo er gemeinsam mit Anne versuchte, einen Schrumpftrank zu brauen. Den hatte er damals in der Theorie zu Hause durchgenommen und wusste das Rezept noch auswendig, das er ihr zu flüsterte: ,, Zuerst sollten die Raupen in gleichmäßige Scheiben geschnitten, die Gänseblümchenwurzeln gewaschen und geraspelt sowie die Rattenmilz in feine Würfel geschnitten werden. Die geschnittenen Raupen müssen im Kessel bei niedriger Temperatur schmoren, mit Wasser aufgefüllt und die Rattenmilz hinzugegeben. Während sich das Wasser erhitzt, werden die geraspelten Gänseblümchenwurzeln in ein Tuch gegeben und vorsichtig ausgedrückt. Die Flüssigkeit wird aufgefangen und tropfenweise in den kochenden Trank gegeben. Dabei muss gegen den Uhrzeigersinn gerührt werden.In der Zwischenzeit werden die Schrumpelfeigen halbiert und das Fruchtfleisch ausgelöst. Das Fruchtfleisch wird nun mit einer Gabel grob
zerkleinert und mit dem Blutegelsaft beträufelt. Jetzt vom Feuer nehmen und abkühlen lassen. So, nun geben wir die Feigen dazu und rühren gegen den Uhrzeigersinn. Und jetzt den Edelsteinsud. Siehst du die Rosa Farbe? Das bedeutet, wir haben ihn richtig gemacht!"
,, Wow ... du bist genial, Tom!" staunte Anne und blickte beeindruckt auf den rosafarbenen Trank in ihrem Kessel hinunter. Diesen füllte der Elfjährige nun in eine Phiole ab und schrieb auf einem Pergament ihre Namen und befestigte das Papier an dem Glasfläschchen. Dieses stellte er nun auf den Tisch ihres Hauslehrers und ließ sich anschließend neben seiner Freundin nieder. Neben ihm hatten Tony und Alex es geschafft, dass ihr Trank explodierte. Und jener von Sam und Melody war grün anstatt rosa. Nach etwa einer Stunde sammelte Slughorn die restlichen Tränke ein und stellte sie am Tisch ab. Dann zog er ein Glas Spinnen heraus und befahl seinen Schülern, sich um ihn herum zu verteilen während er die erste Spinne mit dem Trank besprühte. Dieser stammte von den Parkinson Brüdern. Die Spinne expoldierte. Eine weitere Spinne wurde größer, andere verfärbten sich lediglich, bei einer wurde nur der Kopf größer. Hand in Hand beobachteten Tom und Anne, wie der Professor ihren Trank nahm und ihn auf eine große Spinne träufelte, die um etwa die Hälfte schrumpfte.
,, Zwanzig Hauspunkte für Slytherin! Eine ausgezeichnete Leistung, Miss Parkinson und Mister Lestrange! So, das war genug für den ersten Schultag. Als Hausaufgabe möchte ich eine Zusammenfassung über den Schrumpftrank bekommen, eine Pergamentrolle müsste genügen! Ich wünsche Ihnen nun noch einen angenehmen Abend!" verabschiedete Professor Slughorn die Schüler. Eilig lief Thomas hinüber in den Gemeinschaftsraum, wo er sich auf sein Bett legte und die Aufsätze in Zaubertränke und Magische Geschöpfe erledigte. Dann begab er sich zurück in den Gemeinschaftsraum, wo er sich scheu auf das Fensterbrett sinken ließ und seine neuen Mitschüler beobachtete.

Kapitel 5
,, Ich hab gehört, du bist nun Teil unserer Quidditch Mannschaft, Tom! Toll, du kannst heute nach dem Abendessen zum ersten Training kommen, da stelle ich dich der Mannschaft vor, Kleiner!" meinte Malfoy und schlug seinem jüngeren Cousin unsanft auf die Schulter. Dieser zuckte zusammen, nickte scheu und setzte sich anschließend neben Anne und Melody, die an einem der Tische über ihren Hausaufgaben saßen. Ab und an erklärte er den beiden diverse Begriffe, nebenbei jedoch beobachtete er die beiden Mädchen aufmerksam.
Mel wirkte so aufmerksam wie sonst auch immer. Ihre braunen Haare hatte sie ordentlich zurück gebunden, ihre braunen Augen glitzerten aufgeregt und ihre Wangen waren wie üblich leicht gerötet. Neben ihr wirkte Anne wie ein Schatten. Ihr Gesicht verbarg die Elfjährige hinter einem Vorhang aus schwarzen Haaren, ihre grünen Augen wirkten eher besorgt als fröhlich und eine nachdenkliche Falte hatte sich auf ihrer Stirn gebildet als sie die letzten Worte der Aufgabe schrieb.
Nachdem die beiden Mädchen die Hausaufgaben in ihren Schlafsaal getragen hatten gingen die drei hinunter in die große Halle und nahmen die Mahlzeit ein, wobei Thomas erwähnte, dass er Teil der Quidditch Mannschaft sein würde und von nun an jeden Abend Training hatte. Anschließend trottete er mit klopfendem Herzen seinem Cousin hinterher, der ihn hinunter zum Quidditchfeld führte und ihm die Mannschaft vorstellte.
,, Also, Kleiner. Ich bin der Captain und spiele in der Position des Suchers. Goley und Crabbe sind die Treiber. Miles Bletchley ist der Hüter, er wiederholt den letzten Jahrgang und ist schon jahrelang unser Torhüter. Urquhart und Vaisey sind die anderen beiden Jäger. Jungs, wie wäre es, wenn ihr beide mit ihm einmal das Passen übt und dann versucht, mehrere Tore bei Miles zu landen? Gut, Crabbe, Goley; wir haben noch etwas anderes zu erledigen. In einer Stunde sind wir wieder da, bis dahin sollte sich der Kleine eingewöhnt haben!"
Eingeschüchtert blickte Thomas zu Boden, doch Miles schlug ihm sanft auf die Schulter. ,, Mach dir nichts darauf, Tommy! Dein Cousin ist manchmal ... etwas ... gemein ... aber du bist hier, um richtig Quidditch zu lernen, also lass uns beginnen!" munterte dieser ihn auf und führte ihn zur Mitte des Feldes, wo er den Quaffel packte und ihn den beiden älteren Jägern reichte. Diese schwangen sich auf ihre Besen und begannen umher zu . Dabei schossen sie sich den roten Ball zu. Mit einem Mal segelte dieser auf Tom zu, der ihn geschickt auffing und umher flog, ihn anschließend in Richtung Urquhart schoss. Dieser fing ihn auf und schoss ihn locker zurück zu dem Elfjährigen, der sich nach vorne streckte um den Ball zu fangen, dabei jedoch das Gleichgewicht verlor. Mit einer Hand klammerte er sich an den Besenstiel, mit der anderen umklammerte er den Quaffel. Mühsam zog er sich wieder auf den Besen und schoss den Ball anschließend zu Vaisey. Dieser grinste breit und meinte dabei lässig: ,, Das war doch schon gut, Tom! Glaub mir, ich hatte am Anfang auch einige Probleme mit meinem Gleichgewicht, aber bis zu deinem ersten Spiel wird das schon. So, jetzt hast du den Ball und wir beide werden versuchen, ihn dir ab zu nehmen. Probiere ihn so lange wie möglich bei dir zu behalten, du kannst auch gerne einige Tricks machen, mit denen rechnen deine Gegner nicht."
Dabei warf er den roten Ball auf den Elfjährigen zu, der ihn schnappte und so rasch er konnte nach oben in die Lüfte jagte. Dicht hinter sich spürte er die beiden älteren Jäger, die ihm dicht auf den Fersen waren. Etwas unbeholfen legte er einen Sturzflug ein und zielte auf die Tribüne zu. Im letzten Moment schwang er den Besen und zog einen Kreis, eher er die Richtung änderte und einen Looping flog. Doch noch immer hatte er die beiden erfahrenen Jäger im Rücken. Mit einem Mal schoss ihm das Bild von Sarah in den Kopf und er flog erneut nach oben ehe er einen waghalsigen Sturzflug einlegte, wobei er allerdings von den beiden Älteren eingeholt wurde. Offenbar dachten beide, er würde abstürzen. Im letzten Moment riss er den Besenstiel nach oben und war nur einen halben Meter über dem Boden als er sich auf den Stiel stellte und die beiden auf sich zu rasen sah. Er spürte schon die Hand von Vaisey auf seiner Schulter und machte einen Salto ehe er sicher auf dem Besen landete und erneut nach oben schoss.
,, Der ist ja ganz schön wendig und ausdauernd, was Michael? Komm, lass uns den Zwerg einfangen und ihm sein Spielzeug abnehmen!" kicherte Urquhart und schüttelte den Kopf ehe die beiden sich an die Verfolgung des kleinen Jungen machten. Vor den Toren hatten sie ihn eingeholt, doch der Elfjährige krümmte sich zusammen und schoss durch einen der Ringe hindurch, wurde jedoch von Miles aufgehalten, der ihm den Ball abnahm.
,, Das reicht fürs erste, Kleiner! Du hast das sehr gut gemacht, Tommy! Jetzt setzte du dich erst einmal auf die Tribüne während die beiden dir die wichtigsten Techniken beim Tor schießen zeigen, okay?" beruhigte er den Elfjährigen und schickte ihn zur Bühne, von der aus er die verschiedensten Techniken beobachtete und schließlich einige davon selbst ausprobierte.
So schnell er konnte schoss er hervor, schnappte den Ball und begann zuerst Miles zu verunsichern, ehe er den ersten Treffer machte und dann blitzschnell den Ball nahm und ihn erneut ins Tor schoss.
,, Du wirst noch ein großer Jäger werden, Lestrange! Komm, ein Gewitter zieht auf! Oder magst du noch eine halbe Stunde trainieren?" kommentierte Vaisey, doch der Elfjährige nickte aufmerksam. Er hatte noch die Kraft, eine weitere halbe Stunde zu trainieren, wobei er von den beiden älteren Jägern lernte, wie man sich während dem Spiel zu passte und gemeinsam ein Tor schoss. Doch mittlerweile hatte es zu regnen begonnen und der schwarz gelockte Junge legte nun taumelnd seinen Besen und den grünen Umhang in der Umkleide ab ehe er an der Seite der anderen Spieler zurück in den Gemeinschaftsraum ging und sich dort in seinem Zimmer auf das Bett fallen ließ.
Erschöpft schloss er die Augen und schlief traumlos ein. Doch mitten in der Nacht fiel ihm wieder ein, dass er doch noch einen ungeöffneten Brief seines Meisters hatte und diesen noch öffnen sollte. Lautlos holte er diesen aus der Schublade heraus und schlich zum vom Mond beschienen Fensterbrett und öffnete den Brief. Mit großen Augen begann der Elfjährige zu lesen:
Lieber Thomas! Ich bin Stolz auf dich, kleiner Junge! Dein Bericht klingt großartig. Schreibe mir ruhig, wenn etwas vorgefallen ist. Sei ein braver Junge und denk daran, auf weitere Instruktionen zu warten. Diese werden bald kommen, aber nun sollst du erst einmal deine Zeit in Hogwarts genießen.
Dein Meister

Kapitel 6
,, Bist du bereit für das erste Turnier, Thomas? Du schaffst das mit Sicherheit! Gegen die Gryffindor gewinnen wir locker!" munterte Draco seinen jüngeren Cousin auf und schlug ihm aufmunternd auf die Schulter. Bereits den ganzen Tag über war dem Elfjährigen mulmig gewesen, doch nun schien sein Magen ausbrechen zu wollen. Zum Glück hatte Julia ihn nicht überreden können, etwas zu sich zu nehmen, denn sonst wäre dieses schon längst auf dem Boden gelandet. Der Wind heulte auf dem Spielfeld, auf der anderen Seite des Spielfeldes erkannte er die gegnerische Mannschaft. Sein Herzschlag beschleunigte sich als er die Menschenmenge über sich sah, die ihn an zu feuern schien. In diesem Moment fiel sein Blick auf seine Klassenkameraden, die in einer Ecke saßen und ihm die Daumen zu drücken schienen. Sein Herz machte einen Satz als er selbst den Schulleiter auf der Tribüne sitzen sah.
Nun begrüßte Malfoy den Kapitän der Gryffindor; Ginny Weasley. In diesem Moment erschallte die Stimme des Kommentators über das Spielfeld. Diese Position hatten die beiden Brüder von Marie über.
,, Kommen wir zuerst zur Mannschaft der Gryffindor. In der Position der Jägerin und des Kapitän sehen wir Ginny Weasley und ihre Kolleginnen Demelza Robins und Dean Thomas. Die Jäger sind Jimmy Peaks und Richy Coote. Neu im Team sind Rubina Robins als Sucherin und James Coote als Hüter. Kommen wir nun zum Team von Slytherin. Sucher und Kapitän ist Draco Malfoy, Vincent Crabbe und Gregory Goley sind die beiden Treiben. Der Hüter ist Miles Bletchley. Unsere beiden bekannten Jäger sind Michael Vaisey und Jefferson Urquhart. Neu im Team ist der kleine Thomas Lestrange, der die beiden als Jäger unterstützt." stellte Dennis die Teams vor während Madame Hooch die Pfeife in den Mund nahm und das Spiel begann. Sofort schnappte Thomas sich den Quaffel und passte ihn Michael zu, der ihm etwas Zeit ließ und ihn zurück passte. So geschickt er konnte schlängelte sich der Elfjährige zwischen den anderen Spielern hindurch und konzentrierte sich auf seine Aufgabe. Nach wenigen Augenblicken hatte er den Quaffel im gegnerischen Tor versengt. In der grün gefärbten Menschenmenge brach Jubel aus, doch die rote Hälfte begann zu buhen. Verunsichert schnappte sich der Junge erneut den Quaffel und passte ihn zu Jeff, der das zweite Tor schoss. Mit einem Mal schoss ein braunes Gebilde auf ihn zu und Thomas fühlte, wie ihn der darauf folgende Schmerz beinahe vom Besen warf. Sein rechter Unterarm sandte starke Schmerzwellen aus und er war unfähig, diesen zu bewegen.
Kaum nahm er die Pfeife von Madame Hooch war, auch nicht, dass Ginny und Draco miteinander diskutierten und seine beiden Kollegen auf ihn zu flogen.
,, Das sieht übel aus, Kleiner! Willst du aufgeben?" kommentierte Vaisey als er den Knochen aus dem Unterarm des Jungen ragen sah. Doch dieser schüttelte den Kopf und strich sich eine Träne von der Wange ehe er erneut, dieses Mal entschlossener den Kopf schüttelte.
,, Na gut ... dann kann es ja weiter gehen. Drei Strafwürfe, durchgeführt von Thomas!" kommentierte Dennis wenige Augenblicke später. Auf das Spiel konzentriert schnappte sich der Elfjährige den Ball und versenkte ihn zwei Mal hintereinander im Tor, doch das dritte Mal blockte ihn der Hüter ab.
Von nun an passte er hauptsächlich mit den beiden anderen Jägern zusammen und warf sich einmal vor Jeff, als dieser von einem Klatscher getroffen wurde und schnappte sich seinen Ball während sich der Siebtklässler schmerzhaft das Bein hielt und anschließend das Spiel beendete. Somit waren sie nur mehr zu zweit, weshalb die Gryffindor ebenfalls einen Jäger weg schickten. Mittlerweile wurde es immer dunkler, ein starker Sturm kündigte sich an, und noch immer war der Schnatz noch nicht gefangen. Die Gegner hatten mittlerweile zwanzig Punkte gesammelt.
Im Moment kämpfte Thomas mit Ginny um den Ball und bekam ihn schließlich zu fassen. Er erinnerte sich wieder daran, was er im Training mehrmals gemacht hatte und legte Sturzflüge und Loopings ein, bis er den Hüter so weit verwirrt hatte, das es ihm möglich war, das nächste Tor zu schießen.
,, Zwischenstand. Gryffindor hat zwanzig Punkte. Und Slytherin dank ihrem Neuzugang bereits siebzig Punkte hat. Beeindruckend für einen Erstklässler, findet ihr nicht? Oh ... da scheint jemand den Schnatz gesehen zu haben!" meinte Dennis und hielt sich das Fernglas vor die Augen als er bemerkte, wie Draco und Rubina gleichzeitig auf einen Punkt zu flogen. Während sich die gesamte Aufmerksamkeit des Publikums und auch der Mannschaften auf die beiden richtete schnappte sich Thomas erneut den Quaffel und schoss zwei Tore, die mit einem breiten Grinsen von seiner Professorin kommentiert wurden. Mit einem Mal brach um ihn herum Jubel aus und seine Teamkameraden kamen mit Draco als Anführer auf ihn zu. In seiner Hand lag der Schnatz. Benommen nahm Thomas war, wie sie landeten während Dennis immer und immer wieder das Ergebnis ausrief: ,, Zweihundertdreißig Punkte von Slytherin. Damit haben sie gewonnen."
Mit einem Mal ließ Thomas den Quaffel fallen und sank erschöpft in das nun vom Regen nasse Gras. Alles um ihn herum schien sich zu drehen und sein Arm schmerzte extrem.
Kaum merkte er, wie Vaisey ihn hoch hob und in den Krankenflügel hinauf trug. Dort legte er den Elfjährigen am Bett ab und entfernte sich dann aus dem Raum, um der Krankenschwester Zeit zu geben, den Arm des Jungen zu heilen.
,, Nächstes Mal spielst du bitte nicht weiter, okay? So, der Arm ist wieder geheilt, aber er wird vermutlich noch einige Zeit schmerzen. Du darfst jetzt zurück zu deinen Freunden gehen. Übrigens solltest du etwas mehr zu dir nehmen, Thomas! Wenn es zu sehr schmerzt, dann kommst du wieder, und ich werde dir etwas dagegen geben. Aber eigentlich müsste es aus haltbar sein. Du bist doch ein kleiner Kämpfer!" ermahnte Madame Pomfrey den Jungen und entließ ihn anschließend wieder.
Erschöpft eilte der Elfjährige hinunter in den Kerker und hoffte auf etwas Ruhe, doch stattdessen war der Gemeinschaftsraum überfüllt mit feiernden Schülern, die vor allem ihn zu feiern schienen.
Nachdem er eine gefühlte Ewigkeit Glückwünsche entgegen genommen hatte schnappte sich der schwarz gelockte Junge eine Kürbispastete und ein Glas Kürbissaft und setzte sich zu Melody, Julia und Anne. Einige Zeit lang unterhielt er sich noch mit den Mädchen, doch dann bemerkte er, dass seine Augen immer öfter zu fielen, weshalb er sich in den Schlafsaal zurück zog und erschöpft die Augen schloss während sein gebrochener Unterarm noch immer wie Feuer brannte.

Kapitel 7
,, Hallo Thomas! Das war ein gutes Spiel! Ich habe dich beobachtet! Aus dir kann noch ein großer Jäger werden, vielleicht könntest du sogar in der Nationalmannschaft spielen! Die werden sich noch um die reißen. Wie geht es dir so, mein Junge?" meinte die Gestalt und bedeutete dem Elfjährigen, sich ihm zu nähern. Mit einem leichten Zittern verbeugte sich der Junge vor dem dunklen Lord und meinte dabei: ,, Guten Tag, mein verehrter Meister! Denken Sie, ich könnte wirklich einmal so gut werden? Das wäre toll! Mir geht es gut, aber mein Arm schmerzt noch sehr. Ich werde es allerdings aushalten. Immerhin bin ich kein kleines Kind mehr, mein Lord! Wie geht es Ihnen? Kann ich Ihnen helfen? Gibt es etwa bereits Instruktionen, mein Gebieter?"
Mit beiden Händen schnappte sich der Mann den linken Unterarm des Jungen und meinte dabei: ,, In der Tat. Mir geht es gut, aber ich fühle mich, als wäre ein Teil von mir abgerissen worden. Du könntest mir helfen, mich besser zu fühlen. Wärst du einverstanden, mir zu helfen, mein Junge?"
Nachdenklich zog sich die Stirn des Jungen zusammen, doch dann glätteten sich die Falten wieder und er nickte langsam.
Mit einem Mal fühlte es sich an, als würde jemand seine gesamte Lebensenergie aus ihm heraus saugen. Doch wenige Augenblicke später hatte er eben diese wieder, ebenso wie einige seltsame Gedanken, die durch seinen Kopf strömten. Er sah, wie sein Meister einen Mann tötet, es fühlte sich jedoch so an, als hätte ER den Mann getötet. Seine Kehle schnürte sich zu und er bekam kaum noch Luft, weshalb er mit heiserer Stimme krächzte: ,, Was hat das zu bedeuten?"
,, Schon mal etwas von einem Horkrux gehört, mein Kleiner? Nach einem Mord kann ein Zauberer sein Wesen in ein anderes Medium einhauchen und spaltet somit seine Seele. Es wurde immer angenommen, dass dies nur bei Gegenständen möglich wäre, aber es geht anscheinend auch bei Lebewesen. Du erinnerst dich doch sicher noch an Nagini, oder? Die ist nun ein Horkrux. Und rate mal, was bei dir ist ..." erklärte der Meister mit einem irren Grinsen im Gesicht.
,, Ich ... ich bin auch ein Horkrux ... was ..." stöhnte der Elfjährige, worauf hin sein Meister zu kichern begann und anschließend mit den Schatten verschwamm.
Panik kam in ihm auf. Ohne zu bemerken was er tat lief der kleine Junge durch die Gänge hinauf zum Büro des Schulleiters. Dort öffnete er atemlos die Türe und sank vor den Knien seines Onkels zu Boden, zu benommen um etwas zu sagen. Seine Kehle war zu geschnürt und heiße Tränen brannten in seinen Augen und liefen seine Wangen hinunter. Kaum bemerkte der stark zitternde Junge wie Snape hinter ihm die Türe schloss und ihn dann in den Arm nahm, sanft hin und her schaukelte.
Mit einem Mal verschwamm die Welt um ihn herum und alles wurde schwarz. Als Thomas die Augen wieder öffnete lag er noch immer in den Armen seines Onkels, der ihn besorgt musterte.
,, Ich habe gesehen, was geschehen ist ... Keine Angst, ich gebe auf dich acht, mein Kleiner! Ich weiß nicht, wie der Lord jemandem so etwas nur antun kann, vor allem einem Kind. Vor allem DIR! Wo du doch so besonders bist, mein kleiner Neffe!" meinte dieser und strich dem Elfjährigen durch die schwarzen, etwas verklebten Locken.
Dieser runzelte erneut die Stirn. ,, Was meinst du damit, Onkel? Warum Mir? Was ist denn mit mir? Was habe ich denn falsch gemacht? Kannst du mir vielleicht erzählen, was damals wirklich passiert ist, als ich fünf Jahre alt war? Ich habe so das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt!"
,, Du bist sehr intelligent, mein Kleiner, so wie dein Vater! Komm mit! Das hier ist ein Denkarium. Darin verwahre ich Erinnerungen auf. Lass uns zuerst sehen, was es mit dir auf sich hat, von Geburt an, einverstanden?" meinte dieser, hob sein Patenkind hoch und setzte es auf einen Stuhl während er eine Schale auf den Tisch stellte. Wie magisch davon angezogen berührte Thomas die milchig weiße Oberfläche der Flüssigkeit und fühlte, wie er in eine andere Welt oder Zeit gezogen wurde.
Als er die Augen wieder öffnete sah er seine Mutter und seinen Patenonkel, die auf ein schwarz gelocktes Baby mit braunen Augen blickten. Irgendwie wusste Thomas, dass er sich als Neugeborenes erblickte. Bewundernd blickte er auf seine jüngere Version und bemerkte kaum die gesprochenen Worte der beiden Erwachsenen.
,, Du weißt, wer sein Vater ist, oder? Snape ... Kannst du mir versprechen, auf den Jungen acht zu geben, dass er nicht so wird wie sein Vater? Ich möchte, dass du sein Patenonkel wirst. Und ihn von seinem Vater fern hältst, so lange es geht!" flehte seine Mutter und blickte beinahe verzweifelt zum Professor. Dieser rollte mit den Augen und meinte dabei: ,, Natürlich mache ich das, Bella! Aber die Ähnlichkeit mit ihm wird ihm doch irgendwann auffallen, oder etwa nicht? Ich meine, Tom hatte als Junge die selben Haare und die selben Augen ..."
Mit einem Mal wurde Thomas zurück in die Gegenwart gerissen und blickte mit großen Augen zu seinem Onkel auf. ,, Heißt das ... Rudolfus ist nicht mein Dad ... sondern ... unser ... M-Meister? Das ist ... aber wie geht das? Und wie kann er so etwas dann jetzt machen? Muss ich jetzt auch so ein grausamer Mensch werden wie er? Und was ist damals vor sechs Jahren geschehen?"
Kaum fühlte er den Arm seines Onkels auf sich als dieser ihn erneut in die Flüssigkeit tauchte. Dieses Mal erwachte er mitten in einer der Versammlungen. Vor ihm saß sein Meister auf seinem Thron, seine Schlange rollte sich unter seinen Beinen zusammen und öffnete ab und an ihre Augen. Thomas erkannte viele der aktiven Mitglieder, aber auch einige ihm unbekannte Todesser.
Vor ihm kniete seine jüngere Variante am Boden und blickte beinahe flehend zum dunklen Lord auf. Dieser lächelte bösartig und zwang Thomas auf zu sehen und sich neben ihn zu stellen.
,, Mein Sohn ... nun wirst du über diese beiden da urteilen. Sie haben meinen Befehl nicht ordnungsgemäß ausgefüllt. Wie würdest du die beiden strafen?"
,, Ich ... ich ... vielleicht sollten sie mehrere Tage keinen Pudding bekommen. Und du kannst Nagini sagen, sie soll sie etwas umarmen? Oder wir können Crutiatus machen, oder, mein Vater?" wisperte dieser. Doch der Lord runzelte lediglich die Stirn, reichte seinem Sohn dann seinen Zauberstab.
,, Das mit dem Pudding lassen wir einmal, okay? Aber das andere werden wir umsetzen. Du wirst ihnen jetzt zeigen, wie der Crutiatus geht, und dann wird Nagini die beiden umarmen, okay?"

Kapitel 8
,, Okay, Vater! Crutiatus! Crutiatus! Crutiatus!" jubelte der Fünfjährige, hüpfte aufgeregt auf und ab und folterte die beiden Gefangenen. Dabei schien er Spaß zu haben. Dann zerrten zwei Todesser die beiden in eine Ecke, wo die beiden Gefesselten warten sollten.
,, Das hast du toll gemacht. Aber um eine solche Zeichnung wie die anderen zu bekommen musst du den Avada Kedavra ausführen. Magst du einen der beiden Gefangenen nehmen und ihn aus probieren?" lobte der Lord seinen Sohn und hob ihn hoch, drehte ihn im Kreis und reichte ihm erneut den Zauberstab. Wie in Trance taumelte der Junge auf die beiden zu und sagte den Zauberspruch. Ein grüner Blitz erschien und das Leben verschwand aus den Augen der beiden Verräter. Fröhlich hüpfte der Junge zurück zu seinem Vater, der sich nun vor ihm hin kniete, während die Todesser näher rückten.
Mit Tränen in den Augen beobachtete der ältere Thomas, wie sein Vater seinen linken Unterarm nahm und begann, eine Beschwörungsformel zu singen. Doch mit einem Mal brach der Körper des Kindes in sich zusammen, glühte in einer Mischung aus rot und grün. Thomas sah entsetzt, wie sich die Brust des Jungen ein letztes Mal hob und senkte und dann still war. Doch mit einem Mal öffnete er erneut seine Augen und atmete wieder. Mittlerweile hatte sich Nagini um den Jungen gerollt und biss ihn mehrmals in den Körper
,, Du bist etwas wirklich besonders, mein Junge! Und jetzt schlafe wieder!" meinte der Mann und fuhr dem Kind über den Kopf während der echte Thomas mit einem Mal zurück in die Gegenwart geschleudert wurde.
,, Oh mein Gott! Was habe ich nur getan! Was war da mit Nagini? Und was war das da am Schluss?" wisperte der Elfjährige mit weinerlicher Stimme und blickte zu seinem Paten auf, der ihn erneut in die Arme nahm.
,, Du konntest nichts dafür, mein kleiner Prinz! Wenn du es nicht getan hättest, hätte er dich getötet. Nagini hat dich praktisch gerettet. Ohne sie wärst du gestorben. Dadurch hast du eine besondere Verbindung mit ihr. Daher kannst du dich auch telepathisch mit ihr verständigen, wenn du dich konzentrierst. Aber ihr Gift hat dich die Erlebnisse vergessen lassen. Somit ist die Schlange dein Lebensretter. Durch die Verletzungen hast du auch diese ganzen Narben. Wenn dein Vater wütend war hat er dich manchmal gefoltert, nur um herunter zu kommen. Aber das wird dir jetzt nicht mehr passieren, mein Schatz! Du bist so etwas wie ein Sohn für mich geworden und ich habe mir geschworen, alles zu tun, damit du nicht mehr unter die Herrschaft deines Vaters fällst. Aber das war genug Information für einen Tag. Hier, nimm dieses Glas! Das ist mit Kürbissaft." beruhigte Snape sein Patenkind, dem nun die Augen zu fielen. Er hatte ihm jedoch verschwiegen, dass er einige Tropfen für einen traumlosen Schlaf beigemengt hatte.
Behutsam hob er seinen Neffen hoch und legte ihn in seinem eigenem Gemach ab. Liebevoll strich er ihm durch die dunklen Locken und betrachtete seine Gesichtszüge. Er wirkte so jung und unschuldig, und doch hatte der Elfjährige schon so viel erleben müssen.
Nachdem Severus sich davon vergewissert hatte, dass der Junge schlief ging er zurück in sein Büro und setzte sich an den Kamin. Mit einem Mal stand er auf, schnappte sich eine Hand voll Flohpulver und streute diese in das lodernde Feuer. Dabei rief er: ,, Malfoy Manor!"
Wie in Trance stieg er in das Feuer und fand sich schließlich im alten Herrenhaus der Familie Malfoy wieder. Kurz verbeugte er sich in Richtung des Lords und packte anschließend die Black Schwestern. Während Bellatrix ihm einen apathischen, genervten Blick zu warf konnte er die Sorge von Narzissa fühlen, ebenso wie einen Hauch der Verwunderung.
Lautlos führte er die beiden Frauen in eines der Gästezimmer und lehnte sich gegen den Fensterrahmen.
,, Warum hast du uns weg geführt, Severus? Hat mein kleiner Rabensohn etwas angestellt?" stöhnte Bellatrix und verschränkte bockig die Arme vor der Brust.
,, Erst ein Mal hallo ihr beiden. Nein, Thomas hat nichts angestellt. Im Gegenteil. Er ist ein wahrer Musterschüler und ein Jäger im Quidditchteam von Slytherin geworden. Gestern hat er sein erstes Spiel gewonnen. Na ja ... und dann hat ihn unser Lord in einer Vision aufgegriffen. Er hat ihn zu einem lebendem Horkrux gemacht. Einem Lebenden! Und der Kleine hat heraus gefunden, wer er ist. Von wem er abstammt und was damals an seinem fünften Geburtstag geschehen ist. Ich hoffe nur, er wird seine Fähigkeiten bald entdecken und lernen, mit diesen um zu gehen. Ich glaube er hat nur eine Ahnung davon, dass er sich telepathisch mit Nagini unterhalten und Prasel sprechen kann. Aber von seiner Bestimmung weiß er noch nichts." berichtete der Professor und beobachtete die Schwestern aufmerksam. Während die Mutter des Jungen so abwesend und uninteressiert wie immer war beschleunigte sich die Atmung ihrer Schwester. Narzissa wurde immer bleicher als sie die Bedeutung seiner Worte verstand. Unterdessen entfernte sich Bellatrix aus dem Raum, da ihr die Unterhaltung zu langweilig erschienen.
,, Wie soll das nur mit Tommy weiter gehen? Warum hat der Lord so etwas gemacht? Weiß er, dass er dadurch das Leben seines Sohnes noch schlimmer macht?" wisperte die Blondhaarige und blickte verzweifelt zu ihrem Gegenüber auf, der sie sanft in den Arm nahm.
,, Wir finden eine Lösung für ihn. Ich weiß nicht, warum er das getan hat, aber nun ist es leider mal so. Beruhige dich, Zissy! Ich verspreche dir, mein bestes zu geben.

 

9. Kapitel
Können wir vielleicht am Nachmittag spazieren, Anne? Bist du mir recht böse?"
Einige Sekunden später fühlte er eine Hand auf der Schulter und blickte überrascht zu der etwas Jüngeren. ,, Wie kann ich dir nur böse sein, Thomas? Gerne können wir am Nachmittag spazieren gehen. Welches Buch hast du denn gelesen?"
,, Ach, nur einen Bericht über den vergangenen Krieg gegen du weißt schon wen. Komm, das Essen ist vorbei!" log der schwarz gelockte Junge und schnappte seine Freundin am rechten Handgelenk. Gemeinsam spazierten die beiden schweigend ein Mal um den See und setzten sich dann auf eine mitgebrachte Decke. Mehrere andere Schüler genossen ebenfalls die letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres. Im Schatten mehrerer Bäume erkannte der Elfjährige die Anführer der schuleigenen Widerstandsbewegung, die seit geraumer Zeit Mitglieder suchten und sich gegen die Lehrer und vor allem die Foltermethoden der Todesser zur Wehr setzten. Eine von ihnen war der Kapitän der Gryffindor, Ginny Weasley. Die blond-haarige neben ihr identifizierte er als Luna Lovegood. Und Neville Longbottom war eines der Lieblingsopfer seines älteren Cousins.
Auch seine Freunde vom Zug sah er, die gemeinsam am Boden saßen und über etwas zu diskutieren schienen. Ohne von den anderen bemerkt zu werden setzten sich Anne und er zu den anderen dreien und verfolgten interessiert ihr Gespräche.
Immer wieder riss Marie Witze währen Victor mit Sarah darüber diskutierte, wie ungerecht die Todesser die Muggelstämmigen und etwas schwächere Zauberer behandelten.
,, Du hast recht! Es ist unfair, wie Amycus und Alecto die anderen behandeln!" stimmte Anne dem blond-haarigen Jungen zu und blickte scheu zu ihm auf. Behutsam legte Thomas einen Arm um das Mädchen und versuchte sie zu beruhigen. Ihre grünen, sanften Augen huschten ängstlich über die Lichtung.
,, Woher kennst du die beiden mit Vornamen, Anne?" hakte Victor nach, erntete jedoch nur einen flehenden, bösen Blick von Thomas, der zögernd antwortete: ,, Durch unsere Eltern kennen wir sie, seit wir kleine Kinder sind. Die Parkinson Drillinge, Melodie, Melanie und ich sind gemeinsam aufgewachsen. Bei den Treffen unserer Eltern waren die ebenfalls anwesend!" erklärte Thomas zögerlich und blickte sich beinahe misstrauisch um.
,, Okay ... habt ihr schon die Hausaufgaben in Muggelkunde und Dunkle Künste gemacht?" wollte Sarah wissen und blickte zu den anderen Schülern ihres Jahrgangs. Die meisten schüttelten den Kopf, doch Tom begann zu grinsen und nickte.
,, Ja, du Streber. Victor, warum ist er nicht in deinem Haus? Tommy braucht nicht zu lernen und ist der beste unserer Jahrgangsklasse!" fragte Marie und legte den Kopf schief.
,, Weil er auch noch andere Fähigkeiten hat! Hey, wie wäre es, wenn wir jetzt in die Bibliothek gehen und dort gemeinsam die Hausaufgaben machen? Dann könnten Victor und Thomas die Aufgaben kontrollieren! Außerdem ist es kalt geworden und es wird gleich zu regnen beginnen!" schlug Sarah vor und erhob sich, eilte dicht gefolgt von den anderen in das Schloss während sich der Himmel über ihnen zu zog und das drohende Gewitter begann.
Mittlerweile hatten es sich die Schüler in der spärlich besetzten Bibliothek gemütlich gemacht und schrieben ihre Hausaufgaben. Lediglich Thomas hatte ein beliebiges Buch aus dem Schrank genommen und begann nun darin zu lesen. In Gedanken versunken bemerkte er Marie erst, als sie ihm ihren Aufsatz in Muggelkunde auf das Buch legte. Kurz überflog er den Aufsatz, dann stellte er die Fehler richtig: ,, Das war doch schon ein guter Ansatz! Aber die genaue Definition von einem Blutverräter lautet: Blutverräter ist ein beleidigender Ausdruck für einen Zauberer, der zwar aus einer magischen Familie stammt, aber sich wegen seinem Blutstatus nichts einbildet. Blutverräter pflegen den freundlichen Umgang mit Muggel. Sie erkennen ihre nicht magische Art an und verteidigen sie in der Öffentlichkeit. Manche treten sogar für ihren Schutz und Rechte ein."
,, Wie passt das alles in deinen Kopf, Tommy? Danke für die Korrektur. Somit müsste ich es schaffen, dass es Alecto akzeptiert! Die alte Hexe hat mir sogar Nachsitzen angedroht, wenn die Hausaufgabe wieder nicht korrekt ist!" empörte sich die Elfjährige. Unterdessen war ihr Freund wieder in das Buch versunken, dass er gerade las.
Kurze Zeit darauf wurde er jedoch von Anne unterbrochen, da die Erstklässler in ein leeres Klassenzimmer gehen und dort das Praktische aus dem Unterricht für dunkle Künste üben wollten. Mit einem unguten Gefühl in der Magengrube folgt Thomas seinen Klassenkameraden in das leere Klassenzimmer für Dunkle Künste im dritten Stock.
,, Welche Sprüche kennen wir denn schon, die wir bei einem Duell verwenden könnten? Zählt mal ein paar auf!" forderte Victor seine Freunde auf während er eine Kreide nahm und an der Tafel Notizen machte.
,, Expelliarmus ... Confringo ... Diffindo ... Impedimenta ... Protego ... und Stupor!" zählten die Mädchen auf, während Thomas lässig die Arme vor der Brust verschränkte.
,, Damit rechnet doch euer Gegner. Es gibt viele weitere Zauber, die ihr im Duell einsetzen könntet ... Confundo verwirrt ihn zum Beispiel. Expluso löst eine Explosion aus. Furunkulus verursacht Geschwüre und Furunkel. Incacerus fesselt den Gegner. Incendio macht Feuer. Und Langlock klebt die Zunge eures Feindes an den Gaumen. Levicorpus ist eigentlich ganz lustig. Dabei hängt das Opfer an den Knöcheln in der Luft. Mit Obscuro verpasst ihr eurem Gegner eine undurchsichtige Augenbinde, sodass ihr ihn überraschen könnt. Petrificus Totalus lähmt den Körper und man fällt wie ein Brett zu Boden. Rictusempra ist der Kitzelfluch. Sectusempra und Serpensortia würde ich euch nicht empfehlen. Euer Gegner wird dabei schwer verletzt beziehungsweise von einer Schlange angegriffen. Tarantallegra ist der Wabbelbeinfluch. Und man kann Spuck Schnecken sagen. Die Folge davon ergibt sich schon im Spruch, oder? Natürlich kann man noch viele weitere verwenden, aber diese haben den größten Wirkungsfaktor." ,, Du Duellmeister!" kicherte Marie und machte vor ihm eine künstlerische Verbeugung.

 

Kapitel 10
,, Kommt, es ist Zeit für das Abendessen!" meinte Sarah und blickte fragend zu ihren Freunden, die im Training offenbar die Zeit vergessen hatten. Sie hatten mehrere Duelle ausgetragen, wobei Thomas die Rolle des Heilers und Schiedsrichters eingenommen hatte.
Fröhlich schwatzend vereinbarten sie ein weiteres Training für morgen und eilten anschließend in die große Halle. Immer wieder kicherten Thomas und Anne miteinander, doch nach dem Mahl verabschiedete sich der Junge von seiner Freundin und eilte hinauf in das Büro des Schulleiters. Vorsichtig klopfte er an der Tür und schob diese auf.
Vor ihm standen sein Patenonkel, die Carrow Geschwister und eine ihm unbekannte Frau. Diese hatte graubraune Haare und dunkle Augen. Sie stach ihm ins Auge, da ihre Kleidung in einem grellen rosa Ton gehalten war.
,, Komm ruhig näher, Thomas!" forderte Snape den Jungen auf, der eine kleine Verbeugung machte und sich schließlich zu den Erwachsenen gesellte.
,, Hallo Junge! Mein Name ist Dolores Jane Umbridge! Ich bin die Abteilungsleiterin der Abteilung zur Registrierung der Muggelstämmigen. Weißt du was das heißt?" säuselte die Frau mit hoher, kindlicher Stimme und räusperte sich anschließend.
,, Guten Tag, Ma'am! Natürlich kenne ich die Bedeutung ihrer Abteilung. Die Registrierungskommision prüft die Herkunft eines Muggelstämmigen. Wenn dieser keine Vorfahren mit Magie vorlegen können müssen sie eine Strafe bezahlen. Das liegt dann daran, dass sie die Kraft ,,gestohlen" haben." antwortete der Elfjährige und blickte mit gerunzelter Stirn zu der etwa Fünfzigjährigen auf. Diese nickte anerkennend und erwiderte: ,, Du bist ein kluger, gut erzogener Junge! Weshalb verziehst du dein Gesicht? Verstehst du etwas nicht, Thomas?"
Zögernd nickte der Schüler und meinte dann mit, leiser, fragender Stimme: ,, Aber ... Magie ist ja eigentlich eine Gabe oder Begabung. Das müsste eigentlich heißen, dass sie jeder erlangen kann, oder? Nicht nur Personen, die aus einer Zauberfamilie kommen, sondern auch die Muggel. Und wie kommt es dann, dass Menschen aus Zauberfamilien manchmal keine magischen Veranlagungen haben? Wenn es also zufällig ist, wäre es dann nicht gemein und unfair, wenn Hexen und Zauberer, die von Muggeln abstammen, mehrere hundert Galeonen zahlen müssen? Niemand kann etwas für seine Abstammung oder seine Fähigkeiten!"
,, Du stellst genau die richtigen Fragen, Junge! Aus dir kann noch ein großer Zauberer werden, auf den wir Stolz sein können. Aber hüte deine Zunge, Thomas! Madame .... es wäre an der Zeit, zu gehen. Ich habe noch ein ... Rendezvous mit dem Kleinen!" unterbrach Severus seinen Neffen und warf ihm einen strengen Blick zu, während Umbridge ihm einen bösen Blick zu warf, ihm kurz die Hand schüttelte und anschließend durch den Kamin zurück in das Ministerium reiste.
,, Versprich mir eines, Thomas! Du wirst in Anwesenheit von Führungskräften deren Handlung in Zukunft nicht mehr widersprechen. Ich verstehe deine Fragen, aber ... es könnte dir Schwierigkeiten einbringen, wenn du solche Aktionen wiederholst. Nun aber zu deinem heutigen Training. Ich hoffe du hast dir die verschiedensten Schutzzauber gemerkt. Denn nun wirst du diese anwenden müssen. Ich habe Alecto und Amycus befohlen, dich mit einfachen Zaubern an zu greifen. Du wirst deine gesamte Konzentration benötigen, um ihren Angriffen zu widerstehen. Viel Glück bei unserem heutigen Training, Thomas!" ermahnte Snape den Jungen und zeigte ihm mit einem Handzeichen den beiden Todessern in eine Trainingskammer zu folgen, die im Westturm des Schlosses versteckt lag.
Am ganzen Körper angespannt nahm der Elfjährige den beiden gegenüber Aufstellung und bereitete sich mental auf den ersten Angriff vor, der sogleich kam und ihn überrollte. Seine Beine begannen wild und unkontrolliert herum zu tanzen. Hilfesuchend blickte der Junge zu den beiden. Nach einiger Zeit endete die Wirkung des Fluches, als Alecto ihren Zauberstab schwang.
,, Haben wir nun deine Aufmerksamkeit? Du hältst dich wohl für gut genug, nur weil du der Sohn von unserem Lord bist, aber du hast noch viel, noch sehr viel zu erlernen!" schnaubte ihr Bruder und zwang das Kind, ihm in die dunklen Augen zu sehen.
,, Natürlich bin ich nicht besser als ihr. Ja, ihr habt meine volle Aufmerksamkeit!" antwortete der Junge mit zitternder Stimme während sich Gänsehaut auf seinem Körper ausbreitete. Die Blicke der beiden waren
kaltherzig und wären tödlich gewesen, wenn dies möglich wäre.
,, Gut! Dann geht es ja weiter. Du kannst dich schützen, aber auch zurück schlagen. Versuche einmal, dich zu schützen UND uns an zu greifen!" forderte die Frau ihn auf und zückte ihren Stab.
Instinktiv hob er seinen Stab und meinte dabei: ,, Protego! Locomotor Mortis! Silencio!"
Gespannt beobachtete er die beiden und riss überrascht die Augen auf, als sich keine Wirkung zeigte. Sein Mund klappte sich auf, als Amycus zu sprechen begann: ,, Netter Versuch, Junge! Aber wir waren darauf vorbereitet. Hast du nicht bemerkt, wie ich während du gesprochen hast mit dem Zauberstab eine Bewegung gemacht habe?"
Kurz dachte Thomas nach, ehe er nachdenklich nickte.
,, Gut. Weißt du, es gibt eine Technik, in der man den Spruch nicht sprechen muss. Hierbei konzentriert man sich und denkt intensiv an den Spruch, den man ausführen will. Wenn du das gut genug übst, geht es natürlich auch ohne den Zauberstab. Aber es ist sehr schwer und anstrengend. Erst in der sechsten Klasse wirst du beginnen, diese Methode des nonverbalen Zauberns zu erlernen. Und ich muss sagen, es gelingt nicht jedem. Jedenfalls habe ich über uns beide einen bestimmten Protego Zauber gelegt. Kannst du dir vorstellen, welchen?" erwiderte der Todesser und blickte fordernd zu dem Elfjährigen, der zögernd nickte.
,, Ja ... entweder Protego Horrbiblis oder Protego Totalum."
,, Erneut hast du recht. Du scheinst das Talent deines Vaters geerbt zu haben, Junge! Wir haben eine Kombination aus beiden Zaubersprüchen gemacht." meinte Alecto mit einem anerkennenden Nicken.
,, Du hast recht, Alecto! So, und nun werden wir sehen, wie gut du dich nun verteidigen kannst!" kicherte Amycus hämisch , schnappte seinen Zauberstab und richtete ihn auf den Jungen.
Immer wieder hielt er ihren Angriffen stand und wurde schließlich entlassen. Sobald er auf dem Weg hinunter in den Kerker war begann er zu taumeln und fühlte mit einem Mal, wie alle Kraft aus seinen Gliedern floss und er benommen zu Boden sank und spürte, wie er aus mehreren Wunden blutete.

Kapitel 11
,, Wach auf, Kleiner!" murmelte eine Stimme und zwang den kleinen Jungen, die Augen zu öffnen und benommen ins Licht zu blinzeln, dass ihn blendete.
Mit einem Mal klärte sich sein Blick und er erkannte ein rothaariges Mädchen, dass sich über ihn beugte und ihn besorgt musterte während ein braunhaariger Junge neben ihr stand und angespannt seine Hände knetete.
,, Hallo! Na, auch wieder aufgewacht? Keine Angst. Ich bin Ginny und das ist Neville. Wir haben dich im siebten Stock gefunden. Es ist mitten in der Nacht. Wie kam es zu den Verletzungen? Ich habe die meisten heilen können, aber eine Wunde an deinem Unterarm blutet noch immer." stellte sich die Rothaarige vor. Ein Gedanke schoss durch seinen Kopf und Thomas erkannte, dass es der Kapitän der Quidditchmannschaft von Gryffindor war, der ihn gefunden hatte. Die beiden waren zwei der Anführer der Dumbledore Armee.
,, D-Danke! Aber ich muss dann ... äh ... wieder los!" wisperte der Elfjährige und versuchte sich auf zu richten, stolperte jedoch wieder und fiel auf den Boden, wo er trotzig die Lippe hervor drückte und schmollend zu den beiden Älteren aufblickte.
,, Du siehst nicht gerade so aus, als könntest du wieder weg gehen, Kleiner!" bemerkte Neville und reichte ihm eine Wundauflage, die er auf seine stark blutende Wunde am linken Unterarm drückte.
Intensiv dachte der Junge nach, dann schnappte er sich seinen Zauberstab und brachte mit kaum vorhandener Stimme einen Spruch heraus, den er einmal im Haus der Malfoy gehört hatte: ,, Provluvio Sangui!"
Bewundernd blickte er auf seine stark blutende Unterarmwunde und sah, wie die Blutung mit einem Mal stoppte und die Haut sich schloss. Doch dadurch konnte man das Todesser Mal sehen, dass sein Vater ihm gemacht hatte.
,, Wow ... das war ... krass. Aber was hast du mit den Todessern zu tun? Warte Mal ... du bist Thomas Lestrange. Deine Eltern sind beide Todesser. Aber warum hast du das selbe Tattoo am Unterarm?" bemerkte Ginny und warf dem Jungen einen skeptischen Blick zu. Er spürte förmlich, wie er um einige Nuancen bleicher wurde und antwortete dann mit leiser Stimme: ,, Du hast recht. Ich bin im Haus der Malfoy aufgewachsen. Da haben sich die Todesser oftmals versammelt. An meinem fünften Geburtstag hat mein Vater mir dieses Tattoo gemacht, magisch natürlich. Bei diesem Vorgang wäre ich beinahe ... gestorben."
Er bemerkte den bemitleidenden Blick der Beiden und sah ihnen direkt in die Augen. Mit einem Mal verlor er sich in den Augen von Ginny und sah sie in einer dunklen Kammer. Vor ihm lag ein Tagebuch am Boden, aus dem schwarzes Blut sprudelte. Der Leichnam einer riesigen Schlange lag am Boden und hatte ihm einen durchdringenden Blick zugewandt. In Gedanken hörte er, wie die Schlange Rache schwor. Und dann sah er Harry Potter, Ron Weasley und Ginny in einem jüngeren Format. Er spürte die kalten, stechenden Augen seines Vaters auf sich.
Kurz klärte sich sein Blick, dann sah er, wie zwei Menschen von seinen Eltern und einigen weiteren Todessern in den Wahnsinn gefoltert wurden.
Mit einem Mal wurde er wieder zurück in die Gegenwart gerissen. Ginny hatte ihn am Arm gepackt. Offenbar war er erneut zu Boden gesunken.
,, Hey ... bist du dir sicher, dass du nicht in den Krankenflügel möchtest? Sonst kann einer von uns dich jetzt in den Kerker bringen, wenn du willst!" meinte Neville und musterte den Jungen ebenso besorgt. Alles schien sich zu drehen.
Dennoch schüttelte er den Kopf, stand auf und warf den beiden einen dankbaren Blick zu, ehe er durch die Gänge hinunter in den Kerker schlich und sich dort in sein Bett fallen ließ.
Am nächsten Morgen wurde er erst wach, als ihm Sam eine Hand auf die Schulter legte. Auch Tobias, Tony und Alex warfen ihm einen besorgten Blick zu.
,, Komm, der Unterricht beginnt gleich. Wir konnten dich nicht wecken, aber Toby hat dir ein Brot und einen Apfel mitgenommen! Und Alex hat dir ein Glas Wasser geholt! Gleich haben wir die Doppelstunde Dunkle Künste!" erklärte Tony und warf ihm einen Apfel zu, den er geschickt auffing. Rasch legte er diesen am Bett ab und kramte seinen Aufsatz aus seinem Nachttisch und legte ihn zu seiner Schulausrüstung ehe er am Apfel und dem Brot kauend seinen Freunden in den Klassenraum folgte und mit ihnen die erste Reihe besetzte.
Bereits wenige Sekunden später betrat ein übel gelaunter Amycus den Raum und herrschte die Erstklässler an, ihm in ein leer stehendes Klassenzimmer zu folgen, wo Matten am Boden lagen.
,, Klasse! Heute geht es um die Verteidigungszauber und wie gut ihr diese bereits beherrscht. Wie ihr wisst gibt es drei Schutzzauber, die wesentlich sind. Wer kann mir diese nennen und erklären? Miss Barrington? Sie wissen es nicht? Na gut, Mister Lestrange, Sie bitte!" meinte er barsch und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. Innerlich rollte Thomas mit den Augen ehe er eine stramme Haltung annahm und mit kräftiger Stimme antwortete: ,, Ja, Sir! Zuerst gibt es den Protego. Er wirkt wie ein magisches Schutzschild gegen die meisten Zauber. Diese prallen daran ab. Mit Protego Horrbiblis schützt man sich vor schwarz magischen Zaubern. Und mit Protego Totalum errichtet man einen festen Schutzraum, der längere Zeit halten sollte."
,, Gut gemacht, Lestrange! Merkt man auch an deiner Hausaufgabe! So, und nun wirst du als Erster der Klasse diese drei Zauber zeigen!" knurrte der Professor und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. Mit einem leichten Zittern der Hand schützte er sich vor dem Wabbelbeinfluch, und anschließend vor einem ihm unbekannten Fluch. Beim letzten Versuch schaffte er es, sich und zwei Mitschüler für etwa eine Minute vor Flüchen zu schützen ehe der Schild zusammenbrach und sie an den Knöcheln kopfüber in der Luft hingen. Erst als Thomas nannte, welcher Fluch es wäre und welcher Zauber dagegen half wurden sie befreit. Ihm und Sam ging es gut, doch Sophie brach ohnmächtig zusammen.
Kurzerhand beugte er sich über seine Klassenkameradin und murmelte dabei: ,, Rennervate!"
Mit einem Mal schlug das zierliche Mädchen ihre Augen auf und warf ihm einen verwirrten Blick zu. Mittlerweile hatte sich Julia zu ihr auf den Boden gesetzt und half ihr, ein Glas Wasser zu trinken.
,, So, und nun werdet ihr das aneinander testen. Da Mister Lestrange sich mit einigen Heilzauber auskennt kann er ja ruhig weiterhin die Krankenschwester spielen!" meinte Amycus mit zuckenden Mundwinkeln.
Kurz zuckte Thomas mit den Schultern ehe er seine Jahrgangsklasse dabei beobachtete, wie diese die verschiedensten Zauber ausführten. Er versorgte einige von ihnen, bis der Todesser die Übung unterbrach.
,, Und nun werde ich Ihnen anhand von Mister Lestrange einige der gefährlicheren Zauber zeigen, die ihr bald lernen werdet. Er darf sich natürlich wehren, wenn er die Kraft dazu findet!" meinte der dunkelhaarige Lehrer und zog seinen Zauberstab und richtete ihn auf Thomas, der am anderen Ende der Matte Platz nahm.
Kaum nahm er wahr, wie einige seiner Mitschüler dagegen protestierten und von Amycus zu Nachsitzen verurteilt wurden. Er konzentrierte sich auf sich selbst und versuchte, jeden der kommenden Zauber aus zu halten.
Bei ,,Furunkulus" begann seine rechte Gesichtshälfte juckende, schmerzende Blasen zu werfen. Bei ,,Impendimenta" wurden seine Bewegungen langsamer. Er fesselte ihn mit ,,Incarceus". Und begann seine Hand mit ,,Incendio" zu verbrennen. Mit ,,Langlock" fesselte er seine Zunge an den Gaumen. Vor Schmerzen bekam er kaum noch etwas mit. Schließlich setzte er an seinem rechten Unterschenkel ,,Sectusempra" ein. Vor Schmerz begann alles um ihn herum zu verschwimmen. Krampfhaft presste er die Augen zusammen, doch mit einem Mal war die Wirkung einiger Flüche verschwunden und es folgten keine weiteren. Auch die Fesseln hatten sich von seinen Handgelenken gelöst. Dennoch blutete er aus zahlreichen Wunden und hatte kaum die Kraft, die Augen offen zu halten.
Dennoch nahm er wahr, wie jemand seinen Körper hoch hob und ihn hinfort trug, während um ihn herum alles schwarz wurde.
Benommen öffnete er die Augen und erkannte zu seiner Verwirrung, dass er offenbar im Krankenflügel lag. Die Krankenschwester beugte sich über ihn und wechselte einen Verband an seinem Bein.
,, Du bist aufgewacht, mein tapferer Junge! Ich habe solch einen Schock bekommen, als Minerva dich herauf getragen hat. Wie sehr hat sich unsere Schule verändert, dass Lehrer ihre Schüler im Unterricht auf das schlimmste Foltern? Du warst mehrere Tage ohnmächtig. Eine Brandwunde an der Hand, diese noch immer blutende Beinwunde und noch einige Verletzungen mehr. Ich konnte verhindern, dass du verblutest, aber da du nun wach bist, kann dich einer der Mitarbeiter zum St. Mungo bringen!"

Kapitel 12
,, Hallo Kleiner! Komm, setzt dich auf das Bett, damit wir uns dein Bein ansehen können. Ich bin Madame Strout. Aber du darfst mich Miriam nennen, wenn du magst. Und wie lautet dein Name?" begrüßte eine Hexe den Jungen, nachdem ihn die Dame im Empfangsbereich hinauf in den vierten Stock geschickt hatte. Noch immer drehte sich die Welt um ihn herum, doch der Elfjährige setzte ein freundliches Lächeln auf und nahm dankbar am Bett Platz.
,, Danke sehr, Miriam! Mein Name ist Thomas Volorst Lestrange. Und ich gehe in die erste Klasse in Hogwarts!" stellte sich der Junge vor und fuhr sich durch seine schwarzen Locken während die Heilerin sein Bein mit einem kritischen Blick musterte.
,, Wirklich? Meine Nichte geht ebenfalls in die erste Klasse. Kennst du sie? Julia Strout. Weißt du, ich war auch in Hogwarts. Aber anders als Julia war ich in Hufflepuff. Welches Haus bist du?" plapperte die Heilerin
,, Ja, Julia geht mit mir in eine Klasse. Sie ist total lieb. Wir sind beide in Slytherin. Und ich bin Jäger! Obwohl ich erst in der ersten Klasse bin." erwiderte Thomas während er scharf die Luft einzog als Miriam sein Bein betastete.
Von seinem Onkel wusste er, dass sie einmal Leiterin der Station war, wo Patienten mit Dauerwirkung lagen. Offenbar arbeitete sie nun als gewöhnliche Mitarbeiterin im vierten Stock.
Interessiert beobachtete der Junge wie diese einen Spruch murmelte und anschließend seine Wunde verschloss. Danach schluckte einen Trank hinunter, der schlicht gesagt scheußlich schmeckte. Geekelt zog der Elfjährige eine Grimasse, schluckte die Flüssigkeit jedoch hinunter. Dann blickte er verwirrt zu Miriam, die ihm ein Stückchen Schokolade reichte.
,, Was? Schokolade wirkt beruhigend und kräftigend auf die Psyche. Du bist behandelt, aber ich würde dich zur Beobachtung einen Tag auf der Station behalten. Du kannst frei wählen, ob du im Bett liegen bleibst oder andere Patienten besuchen möchtest. Oder möchtest du vielleicht mehr über das Krankenhaus selbst erfahren?"
,, Oh ja, ich kann es einfach nicht, dass ich ruhig liegen bleibe. Kannst du mir das ganze Krankenhaus zeigen? Bitte!" bettelte der schwarzhaarige Junge und legte fragend seinen Kopf schief, blickte mit zusammengekniffenen Augen zur Heilerin auf.
Doch mit einem Mal schüttelte diese den Kopf und richtete ihren Blick auf eine Person hinter ihm. Instinktiv drehte Thomas seinen Blick und erkannte seinen Patenonkel. Dieser warf ihm einen besorgten Blick zu, dann breitete er die Arme aus und umarmte den kleinen, nun zitternden Jungen. Erinnerungen an seine Folter durchdrangen die selbst errichtete Barrikade in seinem Kopf, Tränen verschleierten seinen Blick.
Kurz bedankte er sich bei Miriam ehe er an der Seite von Severus aus dem Krankenhaus trottete.
,, Was machen wir hier, Onkel?" wollte der Elfjährige wissen und warf dem Schulleiter einen fragenden Blick zu. Dieser seufzte leise und nahm seine Hand, zog ihn in den Schatten eines Gebäudes und erklärte ihm dort mit leiser Stimme: ,, Ich denke es wäre an der Zeit, dass du deine Gaben zur Gänze entdeckst. Darum wirst du zuerst erfahren, welche du hast. Und diese anschließend gemeinsam mit mir üben. Darum habe ich mir eine Woche Urlaub genommen. Und von dir habe ich eine Kopie gemacht, die nun statt dir im Krankenflügel schlafen, aber nicht aufwachen wird."
Mit einem Mal verschwamm alles um ihn herum. Instinktiv schloss er seine Augen und fühlte einen warmen Luftzug, roch den salzigen Duft vom Meer.
Als er seine Augen öffnete traute er seinen Augen nicht mehr.
Sein Onkel und er standen an einer Klippe, am Waldrand stand ein kleines Häuschen. Die Sonne wärmte seinen kalten, zitternden Körper und der Wind erfrischte seine Atemluft.
,, Es ist wunderschön hier, findest du nicht? Lass uns es am Haus gemütlich machen. Weißt du, hier habe ich nach der Schule meistens meine Ferien verbracht. Und vor einigen Jahren habe ich beschlossen, das Häuschen zu kaufen." kommentierte Snape und schritt eilig auf den Waldrand zu. Zu seiner Überraschung wirkte der Schulleiter ausgeglichen und beinahe fröhlich. Er hatte ein Lächeln im Gesicht. Leicht verwirrt folgte Thomas dem Mann und nahm dann neben ihm auf der Bank platz.
,, Welche möglichen Kräfte an dir hast du denn bereits entdeckt, Thomas?" wollte Snape wissen und blickte zu ihm, nachdem er aus dem Haus eine Flasche gekühlte Limonade geholt hatte.
Gierig nahm der Junge einen Schluck er er nachdenklich antwortete: ,, Nun ja ... ich sehe es in meinen Gedanken, wenn Nagini jemanden verletzt. Ich habe vor einigen Tagen nach dem Training zufällig mit Ginny und Neville gesprochen. Das war seltsam. Als ich ihnen in die Augen geblickt habe, habe ich Szenen aus ihrer Vergangenheit gesehen. Ich habe auch unseren Meister gesehen. Und eine Schlange, die eine Warnung ausgesprochen hat. Und ... als Sophie im Unterricht zusammengebrochen ist und ohnmächtig wurde habe ich Rennervate verwendet. Aber ... normalerweise gibt dieser Zauber doch nur Kraft. Warum habe ich sie dann dadurch aufgeweckt?"
,, Das ist interessant. Vor allem der letzte Punkt. Was wäre, wenn ich dir sage, dass du noch mehr Gaben besitzt? Du kannst Szenen aus dem Leben deines Vaters sehen und mit ihm gedanklich sprechen. Du bist extrem intelligent, und hast einen ausgeprägten, für ein Kind überraschend erwachsenen Charakter. Und du bist Teil einer Prophezeiung, von der nur einige, ausgewählte Menschen wissen. Bist du bereit zu erfahren, um was es da geht oder möchtest du diese ignorieren? Weißt du, Prophezeiungen sind speziell ... sie betreffen meistens eine Person und können nur von ihr befolgt werden. Und diese Person hat die Wahl, sich ihr zu stellen oder sie zu löschen." erklärte Severus und merkte, wie sein Patenkind um einiges bleicher als sonst wurde.
,, Wow ... Natürlich möchte ich meine Prophezeiung hören, Onkel! Ich bin zu allem bereit!" erwiderte der Elfjährige und blickte fordernd zu dem älteren Mann auf, der ihm einen besorgten Blick zu warf.
,, Na gut. Diese Weissagung hat eine junge Hexe zum Zeitpunkt deiner Geburt prophezeit. Sie lautet: ,, Des dunklen Lord Nachkommen wir erscheinen. Er wird das Schicksal in der Hand halten. Und der dunkle Lord wird sich ihm als ebenbürtig erweisen. Aber er wird eine Macht besitzen, die er nicht kennt. In seiner Hand liegt die Zukunft der Zaubergemeinschaft. In der Hand eines kleinen Kindes. Schlangen, Gedanken und Magier, preiset seinen Namen. Der, der kommen wird, der neue Lord."

Kapitel 13
,, Okay ... ich werde die Prophezeiung annehmen, egal was sie auch bedeuten mag. Fangen wir jetzt gleich mit dem Training an, Onkel? So weit ich das verstanden habe muss ich gegen ihn antreten. Aber Harry Potter muss das dann ja auch ... seltsam! Egal ... alles wird sich noch ergeben!" kicherte der Junge und blickte neugierig zu Severus auf, der nachdenklich nickte und anschließend seinen Zauberstab packte.
,, Okay ... gut. Zuerst wirst du einmal einige Zeit lange versuchen, meine Gedanken zu lesen. Aber ich warne dich. Ich kann meine Gedanken gut verbergen!" kommentierte der Zauberer und setzte sich vor den Jungen auf den mit Moos bedeckten Boden.
Ganz auf sich und ihn konzentriert versuchte Thomas in seine Gedanken vor zu dringen. Zuerst fühlte es sich an, als würde er gegen eine Mauer laufen, doch er konzentrierte sich so sehr darauf das er kaum merkte, wie dieser Widerstand mit einem Mal brach.
Eindrücke aus dem Leben von Severus durchfluteten seine Gedankenwelt. Er sah, wie dieser als kleines Kind gemobbt wurde. Wie ihn einige Leute in Hogwarts verarscht haben. Dass er Lily Potter liebte. Und deshalb Harry heimlich geschützt hatte.
Er hatte nicht gemerkt, wie er zu Boden glitt, aber plötzlich war die Blockade wieder da und er fand zurück in der realen Welt.
Snape hielt ihn ihm Arm und flößte ihm langsam Wasser ein. Anscheinend war er von der Bank gerutscht und zusammengebrochen. Doch nun fühlte er sich besser.
,, Das wirst du noch trainieren müssen. Dass du nur auf bestimmte Gedanken und Erlebnisse zugreifst und dich nicht von ihnen überfluten lässt. Aber es war ein sehr guter, erster Versuch. Möchtest du eine Pause oder versuchen wir das jetzt umgekehrt? Dass du eine Blockade erstellst, die ich zu brechen versuche?" meinte Severus und erntete bei seiner zweiten Möglichkeit ein bekräftigendes Nicken.
,, Diese Kunst beherrschen nur die wenigsten Zauberer. Insgesamt sind es sieben an der Zahl. Und du wirst der achte sein. Die betreffenden Personen sind Albus Dumbledore, Gellert Grindelwald, deine Mutter, dein Cousin Malfoy, der dunkle Lord, Bartemius Crouch Junior und natürlich ich. Dabei ist es wichtig, dich voll und ganz auf dich zu konzentrieren. Die Gedanken und Gefühlswelt ab zu schirmen erfordert viel Willenskraft. Diese wirst du auch brauchen, wenn wir in einigen Tagen Crutiatus und den Imperius durchgehen. Magst du es versuchen?" zählte er auf und blickte fragend zu seinem Patensohn, der neben ihm am Boden saß und versuchte, seinen Anweisungen folge zu leisten. Doch erst nach einer Stunde hatte er es geschafft, fünf Minuten die Blockade aufrecht zu halten.
,, Das reicht für jetzt. Nun machen wir eine kleine Mittagspause. Unser Gast ist bereits da, er hat etwas zu essen mitgenommen. Na ja, eigentlich sind es zwei Gäste. Kommt heraus, Kinder!" schmunzelte Snape und half dem Jungen auf, während aus einem Gebüsch neben ihm zwei Kinder heraus kamen.
Beide hatten schwarze Locken und blaue Augen. Das Mädchen schien etwas jünger als er zu sein, der Bruder war etwa ein Jahr jünger.
,, Kinder, darf ich euch Thomas vorstellen? Thomas, das sind meine Kinder. Helena und Jacob." ließ Snape die Bombe platzen. Er hatte sich erwartet, dass die Kinder auf ihn wütend sein würden, doch stattdessen wurde er von ihnen stürmisch umarmt und anschließend ins Innere des Hauses gezogen.
Dort saßen die Vier am Esstisch und aßen belegte Brote während Severus sie näher miteinander bekannt machte. Es stellte sich heraus, dass sie alle innerhalb von zwei Jahren geboren wurden. Thomas war der Älteste, Helena ein halbes Jahr jünger. Und der Jüngste der Runde wurde neun Monate nach seiner Schwester geboren. ,, Somit kommen die beiden nächstes Jahr gleichzeitig nach Hogwarts. Falls es die Schule bis dahin noch gibt. Thomas ... ich habe gesehen, was der Lord plant. Ich kann nur hoffen, dass Potter und du diesen Plan unterschlagen können. Sonst ... sieht die Zukunft nicht gerade rosig aus. Das ist aber jetzt egal. Kinder ... Nun werden wir die wichtigsten Zaubersprüche wiederholen, beziehungsweise üben. Lasst uns mal sehen, wie gut ihr alles schon könnt. Thomas, du musst wissen, dass die Kinder von ihrer Mutter so wie du Privatunterricht im Zaubern bekommen haben!" schloss Severus und führte die drei Kinder hinaus auf die Lichtung.
,, Okay ... kommen wir zum Aufrufe Zauber. Helena, zeigst du ihn deinen Brüdern vor?" meinte der Schwarzhaarige und deutete auf seine Tochter. Diese nickte und schnappte sich ihren Zauberstab.
,, Accio Muschel!" rief diese. Wenige Sekunden später kam vom Strand eine Muschel geflogen und landete in ihrer Hand. Beeindruckt beobachtete Thomas den Vorgang und versuchte es anschließend ebenfalls mit einem Buch. Nach einigen Versuchen tauchte dieses neben ihm auf. Auch Jacob gelang es, einen Tannenzapfen herbei zu rufen.
Somit übten die Kinder gemeinsam die wichtigsten, einfachen Zauber. Es dämmerte bereits als am Waldrand eine blond-haarige Frau mit blauen Augen auftauchte und Snape um den Hals fiel. Dieser stellte Thomas als seinen Patensohn vor. Die Frau war die Mutter der Kinder und überraschte Tommy, indem sie ihn umarmte und ihm einen liebevollen Kuss auf den Kopf drückte.
Anschließend gingen sie ins Haus. Während sich die Kinder wuschen zauberte Jasmin ein mehr gängiges Menü. Es stellte sich heraus, dass sich die beiden damals im Sommer kennengelernt hatten und versuchten, sich hier eine Zukunft auf zu bauen. Nach dem Untergang Voldemorts kamen sie zusammen und Jahre später wurden die Kinder geboren.
Nach dem Abendessen dauerte es nicht mehr lange und Thomas war im Kinderzimmer an seine Geschwister gekuschelt eingeschlafen.
Am nächsten Morgen erwachte er durch den Duft von frisch gebackenen Brötchen und einem erfrischendem Luftzug des geöffneten Fensters. Im Türrahmen standen Snape und Jasmin aneinander geschmiegt und beobachteten die Kinder. Die beiden Jüngeren schliefen noch, aber Thomas war bereits wach und begann zu grinsen als sich die beiden küssten. Er fühlte sich besser dabei, wenn er wusste, dass Severus seine große Liebe gefunden hat und mit ihr glücklich ist. Er wusste, dass er schon so viel durchgemacht hatte und gönnte ihm sein Liebesglück über alles.
Doch mit einem Mal änderte sich etwas. Erst nach einigen Sekunden konnte Thomas dieses gewisse ,,Etwas" identifizieren. Es war der Geruch von Feuer. Fremde Stimmen hallten von der Eingangshalle zu ihnen hinauf.
Was war das nur?

Kapitel 14
Er glaubte, einige von ihnen zu erkennen. Rasch überzeugte sich Thomas in seinen Gedanken davon, dass es wirklich Todesser waren, ehe er einen Unsichtbarkeitszauber auf sich und seine nun aufgewachten Geschwister legte.
Auch Snape hatte auf sich einen Zauber auferlegt und war nun dabei, diesen auf Jasmin zu erweitern als mit einem Mal hinter ihnen die ersten Todesser auftauchten und sie in den Raum drängten. Zu seiner Verwunderung erkannte er seine Mutter, seinen ,,Vater" Rudolphus, Antonin Dolohow, Augustus Rookword und Yaxley.
,, Hey, Schlammblut! Wo ist SNAPE! Ich weiß, dass du sein Weib bist!" schrie Augustus die blonde Frau an, die sich zusammen kauerte. Lautlos erhob sich Thomas und zerrte seine Geschwister zum geöffneten Fenster und half beiden, hinaus zu springen. Unten wartete bereits Snape, aber er wollte versuchen, Jasmin zu helfen.
Diese wisperte nun: ,, Ich weiß es nicht, er war zuletzt im Sommer hier!" und richtete sich langsam auf, warf den fünf Todessern einen vernichtenden Blick zu. Flammen schlug am Türrahmen und Thomas hatte Mühe, sich nicht durch ein Husten selbst zu verraten. Mit einem Mal erinnerte er sich daran, wie Amycus erwähnt hat, dass man Zauber auch durch pure Konzentration ausführen konnte, ohne sie laut aus zu sprechen. Er dachte intensiv an ,,Sectusempra" und sah zu seiner Zufriedenheit, wie Augustus blutend zu Boden ging. Dann folterte er seinen Ziehvater mit einem Crutiatus und zog sich mehr zum Fenster zurück. Unterdessen richtete Bellatrix ihren Zauberstab auf Jasmin und meinte dabei mit kalter Stimme: ,, Ich weiß nicht, welcher Verräter zu dir hilft und ob er noch da ist. Aber wenn dem so ist, dann wird er sich für immer und ewig schuldig fühlen. Sag dem Leben Lebewohl, Schlammblut! AVADA KEDAVRA!"
Geschockt sah Thomas einen grünen Blitz und wie das Leben mit einem Mal aus Jasmin verschwand. Benommen taumelte er zum Fenster und sprang herunter. Dort wartete bereits sein Pate und schnappte ihn an der Hand. Gemeinsam mit seinen Geschwistern apparierte er nach Hogsmead.
Dort führte Severus die drei Kinder in den Eberkopf und bestellte für jeden eine Tasse warme Milch mit Honig. Dann ließ er sich von dem Wirt, der sich ihnen als Aberforth vorstellte, vier Besen bringen. Während Thomas seine Milch schlürfte rannen Tränen seine Wangen hinunter und landeten auf seinem schwarzen Shirt.
Nach dem Snape den Kindern einige Zeit ihre Ruhe gegönnt hatte verkündete er: ,, Wir werden nun nach Hogwarts . Tommy, ich habe organisiert, dass du wieder aufwachst und dich im Unterricht bei Firenze befindest. Auf dem Rückweg wird dein Doppelgänger auf dem Weg zu Kräuterkunde zu mir ins Büro gerufen. Helena, Jacob. Ihr beide werdet als meine Kinder vorgestellt und heute beim Mittagessen in eure Häuser eingeteilt. Offiziell seit ihr beide bereits elf Jahre alt. Die Wahrheit braucht ja niemand zu wissen. Gut ... Danke Aberforth! Hier, das Geld und ein kleines Sümmchen Trinkgeld! Bis zum nächsten Mal!"
Immer noch benommen folgte er den anderen zu den Besen und flog damit geschickt wie immer durch die Luft während er immer wieder nach den beiden Jüngeren Ausschau hielt. Jacob schien es regelrecht zu genießen, aber selbst aus dieser Entfernung konnte er das Knirschen von Helenas Zähnen hören. Sie schien sich überhaupt nicht wohl zu fühlen. Nach einer gefühlten Ewigkeit landeten sie am Schulgelände und eilten hinauf zur Eingangshalle. Dort mischte sich Thomas unter die Menschenmenge und setzte sich neben seine Klassenkameraden an den Slytherin Tisch während seine Geschwister ihrem Vater folgten und vor dem Lehrertisch Aufstellung nahmen während Alecto den sprechenden Hut holte.
,, Schüler von Hogwarts. Es ist etwas ungewöhnlich aber wir werden zwei Erstklässler mitten unter dem Schuljahr aufnehmen. Darf ich euch die Zwillinge Helena Lily und Jacob James Snape vorstellen?" unterbrach Snape das fröhliche Plappern der Schüler und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die beiden Kinder, die vorne standen. Zuerst setzte er den Hut auf Jacobs Kopf. Nach einigen Sekunden verkündete er sein Haus, ebenso wie das seiner Schwester. Beide kamen nach Slytherin. Nun wünschte der Schulleiter den Schülern einen angenehmen Tag während mehrere von ihnen über ihn und seine Kinder tuschelten.
Unterdessen begrüßten die Erstklässler ihre neuen Klassenkameraden und zeigten ihnen den Stundenplan. Als nächstes hatten sie eine Doppelstunde Flugstunde. Hierbei würden die Anfänger einen Parcours während die fortgeschrittene Gruppe mit einem Quaffel spielen würden. Diese bestand mittlerweile aus zehn Kindern. Dennoch musste Thomas sich zurück halten, um ihnen nicht andauernd den Ball ab zu nehmen. Nach seinem ersten Parcours wurde Jacob seiner Gruppe zugeteilt während seine Schwester zu den Anfängern zählte.
Im Laufe des Tages zeigten sich mehrere Unterschiede zwischen den beiden. Während Helena in Fächern wie Verwandlung und Dunkle Künste glänzte liebte es ihr Bruder, in Zaubertränke und Geschichte auf zu zeigen und sich von seiner Jahrgangsklasse ab zu heben.
Auch vom Charakter her wirkten beide unterschiedlich. Während das Mädchen eher schüchtern und intelligent wirkte, war ihr Bruder das genaue Gegenteil. Er war ein fröhliches, manchmal zu freches Kind.
Am Abend saß Thomas mit den anderen Erstklässlern seines Hauses in einem leeren Klassenzimmer und gab ihnen wie üblich Nachhilfe in verschiedensten Fächer. Zwischendurch riss Jacob immer wieder Witze und schaffte es sogar, Anne und Helena ein Lächeln zu entlocken. Die beiden wirkten eher so, als wären sie Schwestern.
Mittlerweile hatte jeder in ihrer Gruppe seine Rolle gefunden.
Jacob war der Klassenclown, Sam und Tony waren die besten in den theoretischen Fächern. Alex und Sophie liebten es, für jeden ein offenes Ohr zu haben. Julia und Mel sorgten dafür, dass sich jeder geborgen fühlte. Maddy und Tobias waren regelrechte Bücherfreaks und wussten einfach alles, was man sie fragte. Anne und Helena waren eher still und zurückhaltend, aber auch sie hatten ihre positive Seite. Gemeinsam entwickelten sie gerne Pläne, die manchmal auch etwas hinterlistig sein konnten. Und er, Thomas war sozusagen der Heiler und Lehrer der Gruppe. Und in gewisser Hinsicht auch ihr Anführer, auch wenn ihm dieser Gedanke nicht sonderlich gefiel.
Was wäre, wenn sich jemand von ihnen ernsthafte Schwierigkeiten einhandeln würde? Würde er ihnen dann noch helfen können?

Kapitel 15
,, Nachsitzen, Mister Lestrange! Wenn Sie sich weigern, den Crutiatus an Straftätern aus zu führen, so sollen Sie ihn selbst zu spüren bekommen! Wagt es noch jemand von euch, sich dagegen zu weigern? So trete er bitte vor, damit auch dieser seine Strafe bekommt!" donnerte die Stimme von Amycus durch den Raum. Die meisten Erstklässler hatten den Kopf eingezogen. Instinktiv hoffte Thomas, dass keiner seiner Freunde sich melden würde, doch tatsächlich erhob sich die gesamte Gruppe des Slytherin ebenso wie Sarah, Victor und Marie.
,, Gut. Das heißt dann, insgesamt ... fünfzehn Mal nachsitzen. Ich erwarte Sie heute nach dem Abendessen in exakt diesem Raum! Stunde beendet!" maulte Amycus und entließ die Schar der Erstklässler. Sie hatten es geschafft, die erste Protestion gegen den Todesser los zu treten.
Anschließend handelte sich die selbe Gruppe bei seiner Schwester Alecto ebenfalls Nachsitzen ein. Diese kombinierte ihre Strafe mit Amycus und ließ die Anfänger zu einer zweistündigen Strafe antreten.
Nach dem Essen hatten sie eine Doppelstunde Verwandlung mit Professor McGonnagall. Bei dieser beschwerten sich seine Mitschüler aus den anderen Häusern darüber, zu welchen Strafen die Fünfzehn verurteilt wurden.
,, Es tut mir leid das sagen zu müssen ... aber leider kann ich da nicht einschreiten. Ich teile ihre Meinung, und ich verspreche euch, zu versuchen, ein gutes Wort für die Strafe ein zu legen, aber versprechen kann ich leider nicht. Und nun zu der heutigen Aufgabe. Wir haben bisher schon mehrere Verwandlungen durchgeführt, die ich heute überprüfen werde. Bis in einer Stunde möchte ich von euch, dass ihr den vor euch liegenden Knopf vergrößert, das Streichholz in eine Nadel verwandelt und die Münze in eine Kugel formt. Die Zeit beginnt ... jetzt!"
Kurz erinnerte sich Thomas an die einzelnen Schritte und verwandelte anschließend alle drei Gegenstände und legte sie in das kleine Schächtelchen, auf dem sein Name stand. Dieses nahm er in die Hand und reichte es der Professorin. Diese blinzelte überrascht, öffnete die Schachtel und begann zu lächeln.
,, Wie immer haben Sie alles richtig gemacht, Mister Lestrange! Das machen zehn Punkte für ihr hervorragendes Beispiel. Ich gebe Ihnen eine schwerer Aufgabe, die ihre Kollegen erst in einigen Wochen erlernen werden. Hier ist eine Feder. Versuchen Sie, diese in einen Federkiel zu verwandeln. Wenn Sie das bis zum Ende der Stunde schaffen, erhalten Sie dreißig Hauspunkte. Denken Sie an die einzelnen Schritte, den Zauberspruch und die Bewegung finden Sie auf Seite dreißig!" kommentierte Minerva und reichte dem Jungen eine Feder.
Kurz beobachtete Thomas seine Freunde und erkannte, dass die meisten Probleme bei der Münze hatten. Aber einige wenige hatten die Aufgaben bereits gemeistert und den selben Auftrag wie er erhalten.
Konzentriert las sich der Junge die Seite durch und versuchte anschließend den Zauber. Beim ersten Mal tat sich nichts, da er die Bewegung falsch gemacht hat, doch zum Ende der Stunde hin hatte er es geschafft, die Feder zu verwandeln. Der Federkiel war zwar etwas zu leicht, aber er hatte die Form angenommen. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch gab er sein Ergebnis ab und wartete angespannt auf die Reaktion der Professorin. Diese begann zu lachen und meinte dabei: ,, Das ist ein wunderbarer erster Versuch, Thomas! Zwar noch etwas zu leicht, aber das wird schon noch. Dreißig Punkte dazu! Klasse ... ihr kennt die Hausaufgabe. Einen schönen Tag noch!"
Anschließend lief er mit seinen Freunden zu Professor Flitwick, bei dem sie Zauberkunst hatten. Dort setzte er sich in die dritte Reihe und blickte gespannt zum Professor, welcher auf einem Bücherstapel stand, um die Schüler über das Pult hinweg sehen zu können. In der heutigen Unterrichtseinheit lernten die Schüler den Aufrufe Zauber kennen. Sie versuchten sie, ihre Bücher herbei zu rufen. Dabei lagen diese der Reihe nach am Pult des Professors. Erst am Ende der Doppelstunde hatte er jeder zumindest einmal geschafft, sein Buch zurück zu bekommen.
Nach dieser Stunde brachten sie Geschichte der Zauberei und Kräuterkunde hinter sich, ehe sie zum Abendessen entlassen wurden.
Mittlerweile wurden die Erstklässler nervös. Die wenigsten schafften, etwas zu essen, die meisten tranken wie Thomas lediglich ein bis zwei Gläser Kürbissaft oder Leitungswasser.
Mit klopfendem Herzen fand sich Thomas mit den anderen Straftätern vor dem Klassenzimmer für Dunkle Künste ein. Insgesamt waren sie zwanzig Personen, die Nachsitzen mussten.
Zuerst betrat Thomas den Raum, gefolgt seine Freunde, die sich instinktiv hinter ihm aufbauten. Mit einem Mal öffnete sich die Türe und die beiden Todesser und einige der älteren Slytherin betraten den Raum.
,, So so ... die Gruppe versteckt sich hinter ihrem Anführer. Das heißt, unser kleiner Lestrange ist unser Hauptverdächtige. Mal sehen, wie viel der Kleine aushältst. Jungs, tobt euch bei ihm aus." knurrte Amycus, schnappte Thomas unsanft am Handgelenk und schubste ihn auf ein paar Slytherin zu.
Darunter waren sein Cousin und seine beiden Handlanger, Pansy Parkinson, Blaise Zabini, Theodore Nott, Daphne Greengrass, Millicent Bullstrode und Tracey Davis.
Ängstlich blickte der Elfjährige zu Pansy, Theodore und Tracey, die ihn in die Mitte genommen hatten und ihre Zauberstäbe zückten. Gleichzeitig setzte er mehrere Schutzzauber auf, um die ersten Angriffe ab zu währen während er zurück schlug. Doch mit einem Mal tauchte Alecto neben ihm auf und nahm ihm den Zauberstab ab.
,, Verbrecher verdienen keine Verteidigungsmöglichkeiten!" bellte diese und kicherte hämisch während sein Schutzschild zusammenbrach und ihn der erste Fluch traf. Sein Körper versteifte sich während die anderen auf ihn einschlugen und ihn mit Flüchen folterten. Schließlich versorgte Daphne seine Wunden, sodass sie ihn erneut foltern konnten. Mit einem Mal begann sich alles um ihn herum zu drehen und er krümmte sich am Boden.
Offenbar hatten die anderen begonnen, ihn mit dem Crutiatus Fluch zu foltern. Immer wieder brach er zusammen und wurde wieder erweckt. Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen keine Angriffe mehr. Anscheinend waren die beiden Stunden vorbei. Aber weshalb war es dann so kalt? Er fühlte, den schleimigen, kalten Boden des Kerker unter sich und öffnete abrupt die Augen. Die anderen Gefolterten lagen ebenfalls am Boden. Offensichtlich wurden sie im Keller eingesperrt und sich selbst überlassen.
Was war nur mit dem Hogwarts aus den Geschichten passiert?

Kapitel 16
Zuerst versorgte Thomas seine eigenen Wunden, dann erhob er sich taumelnd und versuchte den anderen zu helfen. Schließlich hatte er alle Verletzungen so gut er konnte geheilt und ließ sich anschließend in einer Ecke zu Boden gleiten. Sein Körper schmerzte bis in unermessliche, sein Kopf hämmerte und ihm war schwindelig. Benommen rollte er sich zu einer Kugel zusammen, während seine Gefühle ihn überwältigten und er leise zu weinen begann.
Nach einiger Zeit fühlte er eine Hand auf seiner Schulter und zwang sich, die Augen zu öffnen. Verschwommen nahm er Helena war, die sich neben ihn setzte und ihn behutsam umarmte. Leise flüsternd begann sie, auf ihn ein zu reden: ,, Hey ... es wird alles wieder gut, Tommy! Magst du mir erzählen, was dich so bedrückt?"
Vorsichtig reichte er ihr seine Hand und leitete seine momentanen Gedanken an sie weiter. Diese Fähigkeit hatte er am Vortag herausgefunden. Belustigt beobachtete er, wie sich die Augen von Helena langsam weiteten und ihn mitleidig ansah. Dann kuschelte sie sich weiterhin an ihn und legte ihren Kopf auf seine Brust. Nach kurze Zeit setzte sich Jacob zu ihnen und nahm an seiner anderen Seite Platz.
Nach einiger Zeit huschten mehrere Gestalten hinter den Gitterstäben umher, bis sich mit einem Mal die Zelle öffnete und mehrere Professoren herein strömten und die Kinder hinauf in den Krankenflügel brachten, wo sie von Madame Pomfrey untersucht wurden. Zur Sicherheit mussten alle die Nacht auf der Krankenstation verbringen. Sobald sein Kopf das Kissen berührt hatte schlief Thomas ein.
Doch anstatt friedlich zu schlafen wurde er Zeuge, wie sein Vater in den Körper einer alten Frau eindrang und von ihr Besitz ergriff. Somit war er froh, als er am nächsten Morgen erwachte und gemeinsam mit den anderen Verletzten zum Frühstück gehen durfte. Es war Wochenende und das nächste Quidditchturnier stand an. Am morgigen Tag würden sie gegen die Ravenclaw spielen. Deshalb hatte Malfoy für den ganzen Tag Training angesetzt. Sie trainierten den ganzen Tag, nur zu den Mahlzeiten entließ er seine Mannschaft. Der Wind war mehr geworden und für den morgigen Tag meldeten sie noch mehr. Aber das Turnier würde auf jeden Fall stattfinden.
Als Thomas am Ende des Tages in den Gemeinschaftsraum trottete ließ er sich neben seinen Freunden auf einem Sofa nieder und versuchte seine angespannten Muskeln zu lockern. Dies gelang ihm kurz darauf unter einer warmen Dusche. Keine zehn Minuten später lag er bereits im Bett und schlief augenblicklich ein. Dieses Mal schlief er bis zum nächsten Morgen durch. Der Wind war nur minimal stärker geworden als am Vortag, weshalb der Elfjährige nach dem Frühstück mit einem positiven Gefühl zum Spielfeld hinunter lief.
,, Leute! Jetzt wird es ernst. Tommy ... ich möchte dich nicht unter Druck setzen, aber es wäre gut, wenn du wieder solche Leistungen zeigen könntest wie vor einem Monat! Wir werden heute vor allem gut auf unsere Deckung achten müssen, ihr habt beim letzten Turnier gesehen, wie schlagkräftig die beiden neuen Treiber der Ravenclaw sind. Jeder von uns muss sein Bestes geben! Und nun kommt mit, es geht gleich los!" stachelte Draco seine Mannschaft an und lief dann hinaus auf das Spielfeld, wo er mit dem Kapitän der Gegner Hände schüttelte.
Wie beim letzten Mal schnappte sich Thomas den Quaffel und schoss sogleich sein erstes Tor, dicht gefolgt vom zweiten. Für ihn war einfach, den Hüter zu verwirren. Doch beim dritten Schuss fing er den Ball. Stolz erfüllte seine Brust als ihm Draco auf die Schulter schlug und breit grinste, während die Fans jubelten.
Immer wieder versuchte der Elfjährige gemeinsam mit seinen Kollegen Tore zu schießen und hoffte innerlich, dass Malfoy bald den Schnatz fangen würde. Der Wind wurde immer stärker und langsam hatte er Schwierigkeiten, den Kurs zu halten und den Klatschern aus zu weichen. Doch die gegnerischen Jäger wirkten davon unbeeindruckt. Kein Wunder, diese schienen das Doppelte zu wiegen. Es wurde immer schwerer, dennoch führte ihre Mannschaft mit fünfzig Punkten. Die Stimme des Moderator war kaum mehr zu hören. Gerade noch konnte er einem Klatscher ausweichen, schnappte sich dabei den Quaffel und schoss erneut drei Tore hintereinander.Gerade flog er wieder mit ihm im Arm herum und versuchte zwei der feindlichen Jäger los zu werden, doch diese nahmen ihn plötzlich in die Mitte und drängten ihn auf einen der Mitteltürme zu. Wie im Training vereinbart schoss er den Quaffel in die Luft und bekam aus den Augenwinkeln mit, wie ihn Urquhart auffing und Richtung Tor raste ehe er gegen den Turm raste und zu Boden stürzte. Er kam hart auf und fühlte, wie ihm die Luft aus den Lungen gepresst wurde. Der Knochen in seinem Unterarm brach erneut, dennoch richtete sich der kleine Junge benommen auf und flog mit seinem Besen zurück in die Luft, wo er einen Strafschuss durchführte.
Schmerz durchschoss seinen Körper erneut wie in Wellen und er wurde zurück zu seinen ersten Spielen versetzt. Die Ravenclaw Jäger setzten zu immer gemeineren Tricks und begannen ihn des öfteren vom Besen zu schubsen. Gerade so konnte sich der Junge an den Besen klammern und mühsam hinauf ziehen. Mittlerweile führte seine Mannschaft mit achtzig Punkten Vorsprung. Der Beifall der Zuschauer wurde immer kräftiger, der Wind flaute langsam wieder ab und das Spiel wurde wieder fairer.
Mittlerweile wurde es immer dunkler, sie spielten bereits seit Stunden und der Schnatz hatte sich noch immer nicht blicken lassen.
Die Ravenclaw holten langsam auf und es wurde knapper. Kurz abgelenkt schrie Thomas auf als ihn zwei Klatscher gleichzeitig trafen. Einer davon brach seinen Unterschenkel, der andere traf ihn am Oberarm und versetzte ihm einen so starken Stoß das er mit einer Hand am Besen klammerte. Obwohl Bradley von der anderen Mannschaft stammte eilte er zu dem kleinen Jungen und half ihm, wieder auf den Besen zu kommen. Kurz hauchte ihm der Elfjährige einen Dank zu, ehe er sich den Quaffel schnappte und unter größten Schmerzen den letzten Wurf schoss. Denn in Eben diesem Moment fing sein älterer Cousin den Schnatz. Thomas hatte Mühe, sich an den Besen zu klammern und nicht herunter zu fallen als er am Boden landete. Sein Kopf drehte sich, der Schmerz schien unerträglich zu sein. Benommen ließ er sich zu Boden sinken und begann leise zu weinen, während Collin Creevey das Ergebnis verkündete: ,, Und wieder haben die Slytherin gewonnen, vor allem wegen ihrem kleinen Jäger. Zweihundert vierzig Punkte gegen siebzig Punkte. Ein klares Ergebnis!" Mit einem Mal wurde er von Vaisey hochgehoben: ,, Klarer Fall für die Krankenstation!"

Kapitel 17
,, Da kommt unser kleiner, üblicher Verdächtige! Vaisey, setz ihn am Bett ab. Na, Thomas? Was haben wir denn gesagt? Bei Verletzungen gleich zu mir kommen. Lass mal sehen ... Rechter Ober und Unterarm gebrochen, Unterschenkel ist ebenfalls gebrochen. Gehirnerschütterung und geprellte Rippen. Das heißt, du bleibst bis morgen Abend hier, Kleiner!" kommentierte die Krankenschwester und untersuchte den kleinen Jungen rasch ehe sie ihn versorgte und in ein Bett verfrachtete.
Somit langweilte er sich mehrere Stunden lang bis die Besuchszeit begann und er von den Mitgliedern beider Quidditchmannschaften mit Süßigkeiten überhäuft wurde.
,, Aus dir wird noch einer der besten Spieler der magischen Welt. Du wirst sehen, in einigen Jahren kannst du dich mit Superstars wie Victor Krum messen!" kommentierte der Kapitän der Ravenclaw und verließ anschließend mit seiner Mannschaft den Krankenflügel. Statt ihnen betrat Ginny Weasley den Krankenflügel und brachte ihm eine Packung Bertis Bohnen aller Geschmacksrichtungen. Auch sie sprach über seine beiden Turniere und lobte ihn, schenkte ihm eine Ausgabe von Quidditch im Wandel der Zeiten.
,, Du wirst von Mal zu Mal besser und schneller, Kleiner! Zum Glück spielen wir ab nächstem Jahr nicht mehr mit, sonst könntest du alleine die Jäger Gruppe bilden!" grinste Urquhart und schlug dem kleinen Jungen freundschaftlich auf die unverletzte Schulter.
,, Das reicht jetzt! Verabschiedet euch von Thomas, er hat sich seine Ruhe verdient. Die Besuchszeit ist vorbei!" meinte die Krankenschwester und schob die Slytherin Schüler aus dem Krankenflügel.
Erschöpft legte der Junge seinen Kopf am Kissen ab und begann zu lächeln während ihm die Krankenpflegerin einen dampfenden Becher heißer Schokolade reichte, die er langsam trank.
Als er gerade den Becher abgestellt hatte fielen seine Augen bereits zu und er glitt in einen traumlosen Schlaf.
Am nächsten Tag erwachte er erst, als ihm Madame Pomfrey ein Tablett mit Essen auf das Bett stellte und ihm berichtete, dass es bereits Mittag wäre.
Stundenlang lag der Junge im Bett bis schließlich einige seiner Klassenkameraden vorbei kamen und ihn besuchten.
,, Was habe ich im Unterricht verpasst?" wollte Thomas wissen und blickte fragend zu Helena, Anne und Jacob.
,, Unendlich viel, Mann!" meinte Jacob mit einem breiten Grinsen. Er fühlte. wie sich seine Brust zusammenzog, dennoch nahm er aus den Augenwinkeln heraus wahr, wie seine Schwester genervt die Augen verdrehte und Anne leise kicherte.
,, Übertreib nicht, Jake! Thomas du hast gar nichts verpasst. Nur mehrere langweilige Stunden mit Professor Snape und ausnahmsweise eine Stunde ohne Nachsitzen bei den Carrow. Stell dir vor, wir haben nicht einmal Hausaufgaben bekommen, da bald Weihnachten ist. Als kleines vorweihnachtliches Geschenk. Oder vielleicht auch nur, weil die Lehrer wissen, dass ohne dich die Hausaufgaben eine Katastrophe werden. Jedenfalls bekommen wir morgen mit Sicherheit die ganzen Aufgaben, die wir in den Ferien erledigen sollten. Wenn du entlassen bist musst du unbedingt hinunter zur schwarzen Tafel kommen. Die Schüler, die über Weihnachten hier bleiben möchten müssen sich in eine Liste einschreiben. Du bleibst doch hier, oder?" kicherte Helena und warf dem Älteren einen flehenden Blick zu, der langsam nickte und sein Essen zu sich nahm.
Mit einem Mal stand die Krankenschwester vor ihm und entließ ihn, mit der Ermahnung, besser auf sich auf zu passen. Gemeinsam mit seinen Freunden schritt der Junge hinunter in den Gemeinschaftsraum, wo er seinen Namen auf die Liste setzte und sich anschließend im Bett niederließ.
Seine Kehle schnürte sich zusammen als er an seine Mutter dachte und beschloss, ihr und seiner Tante einen Brief zu schreiben. Mit Tränen, die in seinen Augen schimmerten schnappte er sich ein Blatt Pergament und begann zu schreiben:
Liebe Mutter, liebe Tante!
Wie geht es euch? Mir geht es hier in Hogwarts sehr gut und ich habe viele Freunde gefunden. Der Unterricht macht Spaß und ich zähle zu den besten in meiner Jahrgangsklasse. Wisst ihr schon, dass ich der jüngste Jäger bin? Ich bin gemeinsam mit Urquhart und Vaisey ein Jäger und habe schon zwei Turniere gewonnen. Über Weihnachten werde ich hier in Hogwarts bleiben. Was macht ihr so, wie geht es unserem Lord? Und Vater? Und Onkel Lucius?
Euer T. V. Lestrange

Geschickt faltete er die Zeilen zusammen und steckte das Papier in einen Umschlag. Mit diesem in der Hand trottete der Elfjährige hinauf zur rei, wo er sich seinen Kauz suchte und ihm den Brief ans Bein band. Kurz kraulte er den Vogel am Kopf ehe er ihn hinaus in den wütenden Sturm schickte. Anschließend ließ sich der Junge in der Bibliothek in einem Ohrensessel nieder während er in einem Buch über die Geschichte des ersten Zauberkrieges las. Er bemerkte erst, wie schnell die Zeit vergangen war, als er erkannte, dass die anderen Schüler bereits hinunter in die große Halle gelaufen waren. Gerade noch rechtzeitig schaffte er es, sich auf seinem Platz zwischen den Snape Geschwistern nieder zu lassen ehe die Lehrkräfte den Saal betraten. Eilig schlang er seine Mahlzeit hinunter ehe er sich mit den anderen Erstklässlern auf den Weg zum Astronomieturm machte. Nach zwei Stunden in denen sie Sterne auf Karten zeichneten und staunend den Himmel beobachtet hatten gingen sie zurück zu ihren Schlafsälen. Erschöpft spritzte sich Thomas etwas Wasser ins Gesicht und wusch sich, ehe er es sich in seinem weichen Bett gemütlich machte. Er war erschöpft, dennoch hatte er Angst, ein zu schlafen. Er wollte nicht wieder davon träumen, was sein leiblicher Vater anderen Menschen antat. So saß er stundenlang in seinem Bett und wartete darauf, dass ihn der Schlaf einholen würde. Nach einiger Zeit jedoch bemerkte er, wie sich eine Gestalt erhob und lautlos hinunter in den Gemeinschaftsraum schlich. Kurz fasste er einen Entschluss ehe er jener Person folgte, die nun auf dem Sofa saß. Im Dämmerlicht erkannte Thomas lediglich einen blonden Haarschopf. Erst als der Junge ihm den Kopf zu drehte und ihn aus traurigen, blauen Augen ansah erkannte er, wen er vor sich hatte. Tobias saß vor ihm am Sofa und hatte die Arme um seinen zitternden Körper geschlungen. Wortlos setzte sich Thomas neben ihn und las seine Gedanken. Sofort fühlte er sich schuldig. Im selben Moment wisperte der andere: ,, Todesser haben meine Eltern und Geschwister umgebracht!"

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